Bildung 2017: Geld, Ehre, Rück- und Ausblicke auf Uni und Kinder

Thomas Spies
Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies
Weiterhin hoch ist die Zahl der Studierenden in Marburg. Ebenso hoch war 2017 auch das Niveau der Forschung an der Philipps-Universität.
Auch 2017 konnte sie wieder bedeutende Würdigungen ihrer Arbeit vermelden. Die herausragendste Ehrung erfuhr Prof. Dr. Gernot Frenking mit dem Solvay Chair 2019 für Chemie. Selber geehrt hat die Uni auch auswärtige Wissenschaftler wie den Chemiker Evert Jan Baerends mit der Hans-Hellmann-Lecture und die kanadische Kuratorin Ydessa Hendeles mit der Ehrendoktorwürde.
Zahlreiche Forschungsprojekte mit Marburger Beteiligung erhielten Fördergelder. Zum Teil handelt es sich dabei um Millionenbeträge. Am interessantesten ist wohl ein neuer Sonderforschungsbereich zur „Versicherheitlichung“ politischer Diskussionen, der die Panikmache in der Debatte um die Bekämpfung des Terrorismus und deren gezielte Ausnutzung für Einschränkungen der Freiheitsrechte erforscht.
Tagungen gehören ebenfalls zum Standard-Repertoire der Uni. Vom 13. bis 16. September fand dort eine Tagung zum 50. Jahrestag des Marburg-Virus statt. Die Entdeckung dieses todbringenden Krankheitserregers legte 1967 die Grundlage für die führende Position Marburgs in der Virologie und der Entwicklung von Impfstoffen gegen hochpathogene Erreger wie Ebola.
Thema des „Studium Generale“ im Wintersemester 2017/2018 ist der Mythos 1968. Interessante Erinnerungen an die 68er „Studentenrevolte“ in Marburg lieferte eine Podiumsdiskussion im Autitorium Maximum mit drei damaligen Studenten, die späterHochschullehrer wurden. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet am Mittwoch (14. Februar) eine Lesung der Lyrikerin Ulla Hahn aus Hamburg.
Das Reformationsjahr 2017 ist auch an der Philipps-Universität nicht spurlos vorübergegangen. Im September führte sie das wissenschaftliche Symposium „Reform der Kirche – Reform der Bildung: Die Universität Marburg und der reformatorische Bildungsauftrag“ durch. Immerhin ist sie die erste protestantische Universität der Welt.
Angesichts der Qualität und Vielfalt der Studienangebote haben sich zum Wintersemester 6.000 Neue an der Philipps-Universität eingeschrieben. Damit liegt die Zahl der Studierenden weiterhin bei mehr als 26.000.
Neben der herausragenden Rolle der Universität legt die Stadt Marburg auch Wert auf eine gute Schulbildung. Acht Marburger Schulen bekamen 2017 Geld aus dem städtischen Bildungsbauprogramm (BiBaP). Im Dezember wurden die ersten beiden BiBaP-Projekte eingeweiht.
Auch die Kinderbetreuung war Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Nach einer Untersuchung des Landesrechnungshofs profitieren die Kinder in der Universitätsstadt von einer überdurchschnittlichen Qualität des Angebots. Die Kosten dafür möchte die Stadt aber trotz anderslautender Vorschläge der Prüfer nicht in größerem Umfang auf die Eltern abwälzen.
Nach alledem kann Marburg auch in Zukunft als bedeutender Ort der Bildung auftreten. Weiterhin gilt der alte Spruch: „Andere Städte haben eine Universität; Marburg ist eine Universität.“

* Franz-Josef Hanke

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