Nobel oder Nobelpreis: Frenking erhält Solvay Chair 2019 für Chemie

Prof. Dr. Gernot Frenking erhält den Solvay Chair 2019 für Chemie. Die Auszeichnung ermöglicht dem Preisträger einen bis zu einjährigen Aufenthalt in der belgischen Hauptstadt Brüssel.
Verbunden ist sie mit öffentlichen Vorträgen und Forschungsarbeiten. In dieser Zeit ist Frenking voll besoldeter Professor an der Freien Universität Brüssel.
„Ich freue mich darauf, in Brüssel zu arbeiten und meine Forschungsarbeiten zur Natur der chemischen Bindung in einen Kreis international führender Wissenschaftler und belgischer Kollegen einzubringen und weiterzuentwickeln“, sagte Frenking. Der Marburger Chemiker ist seit 2014 pensioniert und im formalen Ruhestand, forscht aber weiterhin auf dem Gebiet der Theoretischen Chemie an der Philipps-Universität und mehrere Monate im Jahr im spanischen San Sebastian und Nanjing in China. Vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 wird nun noch ein weiterer Arbeitsort dazukommen.
„Ich arbeite delokalisiert“, erklärte Frenking. In Zeiten von schnellen Internetverbindungen sei diese Arbeitsweise relativ leicht zu realisieren.
Der „Solvay Chair“ für Chemie wird seit 2008 jährlich vergeben. Der aktuelle Preisträger für das Jahr 2018 ist der niederländische Chemiker Ben Feringa, der2016 zusammen mit Jean-Pierre Sauvage und Fraser Stoddart den Nobelpreis für Chemie für „das Design und die Synthese von molekularen Maschinen“ erhielt. Zwei der dann insgesamt elf Vorgänger als Preisträger vor Frenking waren Nobelpreisträger der Chemie, was den Stellenwert der Auszeichnung deutlich macht.
Die Auszeichnung „Solvay Chair“ wird von den International Solvay Institutes in Erinnerung an den belgischen Chemiker Ernest Solvay vergeben. Solvay gründete 1912 das International Institute for Physics und ein Jahr später das International Institute for Chemistry in Brüssel.
1970 wurden die Institute zusammengeführt zu den „International Solvay Institutes for Physics and Chemistry“. Die gemeinnützigen Institute unterstützen Forschung in Physik, Chemie und verwandten Bereichen mit dem Ziel, die Neugier auf und das Verständnis von Naturphänomenen zu vergrößern und zu vertiefen.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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