Umbenennung erfragt: Mordeiche soll nach Opfer benannt werden

Mit einer Rede zu Femiziden hat Mariele Diehl die letzte Stadtverordnetenversammlung der Legislatur beendet. Damit hat die 25-jährige Vertreterin der Klimaliste sich eindrucksvoll verabschiedet.
Zum Ende der Legislatur verabschiedete sich Mariele Diehl als Abgeordnete mit einer fulminanten Rede aus der Stadtverordnetenversammlung (StVV). 2021 war Diehl Oberbürger-meisterkandidatin der Klimaliste. Zum Abschluss ihrer Zeit als Stadtverordnete begründete sie den Antrag der Klimaliste, die sogenannte „Mordeiche“ am Dammelsberg umzubenennen.
In ihrer Rede zur Umbenennung der „Mordeiche“ am Dammelsberg in „Dorothea-Wiegand-Eiche“ wurde einmal mehr klar, wie wenig sich seit Wiegands Ermordung 1861 geändert hat. Männer töten Frauen. Und Frauen in Beziehungen laufen Gefahr, Opfer eines Femizids zu werden.
Der Antrag ergab sich aus dem traurigen Fazit der Klimaliste, dass es mehrere Verweise auf Wiegands Mörder und seine Tat in der Universitätsstadt gibt. Das gelte inklusive des „Mordeiche“ genannten Tatorts. Des Opfers aber werde nirgends gedacht.
Das will die Klimaliste ändern: Hier soll nun des Opfers jenes Femizids von 1861 gedacht werden. Dorothea Wiegand war eine junge, arme, behinderte, schwangere Frau, deren Sexual-partner schon vorab angekündigt hatte, ihr eher den Kopf abzuschlagen als sie zu heiraten.
Der Bezug zur Gegenwart ist zu leicht hergestellt: „83.000 Frauen und Mädchen wurden offiziell 2024 getötet, aus dem schlichten und einfachen Grund, dass sie Frauen waren, meist von ihrer Familie oder Intimpartnern“, erläuterte Diehl.
Sie forderte, dass „in unserer Stadt mehr für Gewalt ausgesetzte Frauen getan“ wird, denn über 80 Prozent der heutigen Opfer wendeten sich vor ihrer Ermordung an die Polizei oder eine andere öffentliche Stelle und erhielten nur inadäquate Unterstützung. „Mit der Dorothea-Wiegand-Eiche erhält Marburg ein Mahnmal für Opfer von Femiziden.“

* pm: Klimaliste Marburg

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