Gemeinsame Erfahrung: Fachtag zu Kindern psychisch kranker Eltern

Wenn Eltern psychisch erkrankt sind oder ein Suchtproblem haben, benötigen nicht nur sie Unterstützung. sondern auch ihre Kinder. Den zweiten Fachtag Frühe Hilfen zum Thema „Kinder psychisch kranker Eltern(teile)“ hat die Stadt Marburg am Dienstag (19. November) veranstaltet.

„Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf‘.“ Mit diesem afrikanischen Sprichwort begrüßte Stadträtin Kirsten Dinnebier die Teilnehmenden. Den Sinn dieses Sprichworts übertrug sie auf Familien und die Bedeutung der Stadt Marburg:
„Familie sein bedeutet heute, sich einer außerordentlich schönen, aber auch komplexen Aufgabe zu stellen“, sagte sie. „Als Stadt Marburg sehen wir uns in der Verantwortung, Eltern und Familien in dieser wichtigen Lebensphase ganz besonders zu unterstützen.“
Organisiert wurde der Fachtag vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie sowie der Netzwerkkoordination Frühe Hilfen, deren aktuelle Koordinatorin Ulrike Nicolaus vorgestellt wurde. „Wir sind sehr dankbar über die außerordentlich gute, interdisziplinäre Zusammenarbeit aller professionellen Akteuren in Marburg“, sagte Fachbereichsleiterin Stefanie Lambrecht. „Für eine erfolgreiche Umsetzung von Angeboten in der Frühen Hilfe benötigen wir eine wertschätzende Kooperation für die Familien in Marburg an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Gesundheitswesen. Das Thema psychische Erkrankungen von Elternteilen benötigt hier unsere besondere Aufmerksamkeit.“
Zunächst führte sie in das Thema „Frühe Hilfen in Marburg“ ein. Die Diplom-Pädagogin Elisabeth Schmutz aus Mainz ging in ihrem Vortrag auf Unterstützungsbedarf und Möglichkeiten der Frühen Hilfen für Kinder psychisch erkrankter und suchtkranker Eltern ein. Sie erläuterte, was psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen auszeichnet und welche Bedeutung sie haben für das Aufwachsen und die Erziehung der Kinder, wenn ein Elternteil betroffen ist.
Ebenso ging sie darauf ein, welche Unterstützungsansätze es für die Familien braucht. Auch die Notwendigkeit einer guten Kooperation der professionellen Akteure machte sie deutlich.
Im Anschluss tauschten sich die 75 Teilnehmenden aus der Jugendhilfe und dem Gesundheitsbereich über ihre Erfahrungen in ihrem Handlungsfeld mit psychisch erkrankten Eltern aus. Sie diskutierten darüber, mit welchen Angeboten und Handlungsansätzen sie gute Erfahrungen gemacht haben und wo es Weiterentwicklungsbedarf gibt. Die Ergebnisse des fachlichen Austauschs flossen in das von Lambrecht moderierte Podiumsgespräch mit Vertretern aus der Fachpraxis ein.

* pm: Stadt Marburg

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