Seit 13 Jahren lebt Pascal Reisen in Marburg. Bei der Kommunalwahl am 15. März 2026 kandidiert er für das Stadtparlament auf der Liste „Volt“.
Nach Marburg gekommen ist er zum Studieren. Ursprünglich stammt er aus dem Grenzgebiet zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen bei Bad Laasphe und Biedenkopf. Nach dem Studium der Politikwissenschaft hat Pascal Reisen eine Stelle beim KreisJobCenter (KJC) angenommen.
„Marburg ist eine Großstadt, gefangen im Körper eines Dorfes“, sagt Reisen. „Besonders fasziniert mich die Vielfalt der Menschen und das respektvolle Miteinander. Hinzu kommt die außergewöhnliche Schönheit der historischen Bausubstanz der Stadt.“
Großstädtisch sei das vielfältige Kulturangebot in Marburg, meint Reisen. Die Stadt müsse sich hier nicht verstecken. „Das wollen wir schützen“, verspricht Reisen.
Probleme verursachten indes die hohen Mieten bei begrenztem Angebot. Dagegen möchte Reisen mit einer Leerstandssatzung angehen. „In Marburg stehen viele Wohnungen leer“, stellt er fest. „Hier ist die Stadt gefordert, aktiv gegenzusteuern.“
Außerdem solle man möglichst viel Wohnraum bauen, fordert Reisen. In der Innenstadt sollte die Stadt weiter sinnvoll nachverdichten, um erschwinglichen Wohnraum in günstiger Lage zu schaffen. Daneben könne sie aber auch den bestehenden Bestand besser nutzen.
So kann sich Reisen eine Diskothek oder einen Club im leerstehenden Gebäude der ehemaligen Philosophischen Fakultät an der Wilhelm-Röpke-Straße vorstellen. „So was gibt es in der Kernstadt nicht“, beklagt er. Zumindest auf Zeit wäre das für ihn eine attraktive Option.
Auf den angrenzenden Flächen des alten UB-Parkplatzes, sollte seiner Ansicht nach ein „Verkehrshub“ als Parkdeck mit Busanbindung entstehen. „Das PhilFak-Areal ist kein Problemstandort“, erklärt Reisen. „Es ist eine Chance, wenn man sie nutzt.“
Weiterhin sei eine Erweiterung der Frauenhausplätze wünschenswert. „Frauen, die von Gewalt betroffen sind, brauchen mehr geschützte Räume“, fordert er. Finanzieren könne die Stadt soziale Projekte möglicherweise auch über Förderprogramme der Europäischen Union (EU).
„Zu oft bleiben EU-Förderprogramme ungenutzt“, meint Reisen. Als „europäische Partei“ richtet Volt den Blick immer wieder nach Brüssel und Europa. „Klimaschutz endet nicht an Stadt- und Staatsgrenzen“, erklärt Reisen. „Lösungen sollten da größer gedacht und geplant werden.“ Dabei möchte er sich auch an Best-Practice-Beispielen aus anderen Städten in Hessen, Deutschland und Europa orientieren und deren Umsetzbarkeit für Marburg prüfen.
Auch in der Haushaltspolitik möchte Volt neue Wege beschreiten. „Wir wollen nicht – wie bisher üblich – die Vorjahreshaushalte fortschreiben, sondern setzen auf ein Zero-Based-Budgeting. Das heißt: Wir überprüfen jede einzelne Position daraufhin, ob sie weiterhin sinnvoll und notwendig ist“, erklärt Reisen. Dabei müssten auch die Effekte untersucht werden, die die jeweiligen Ausgaben erzielt haben.
Ein weiterer Vorschlag von Reisen ist eine „Marburg App“. Darunter versteht er ein Online-Angebot, das unterschiedlichste Dienstleistungen für Marburg umfasst. „Beziehe ich Strom bei den Stadtwerken, soll eine zentrale, einmalige Anmeldung über die Marburg-App ausreichen ohne neues Kundenkonto und ohne erneute Dateneingabe“, meint er.
Allerdings plädiert er gleichzeitig auch für analoge Dienstleistungen, da viele Menschen das Internet nicht nutzen können oder wollen. „Sie sollten nicht von der Teilhabe ausgeschlossen werden“, fordert er. Zudem seien analoge Backups auch wichtig wie beispielsweise für den Fall von Stromausfällen oder anderen Störfällen.