Verschiedene Maßnahmen: Was die Stadt für den Klimaschutz unternimmt

Demorede

Redner bei "Fridays for Future" am 24. Mai (Foto: Luca Mittelstaedt)

Mit verschiedenen Maßnahmen unternimmt die Stadt etwas gegen den Klimawandel. Welche das sind, hat sie auf Anfrage von marburg.news mitgeteilt.

Die Grundlage für das Handeln der Stadt ist laut eigenen Angaben das integrierte Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2011. Die Stadt leistet durch die energetische Sanierung ihrer eigenen Gebäude einen Beitrag zum Klimaschutz. Zum Beispiel baut sie moderne Heiztechnik und Solaranlagen in Schulen ein.
Mit dem „Sozialen Energiebonus“ der Stadt könnten Wohnungen energetisch saniert und gleichzeitig die Mieten für die Bewohnenden stabil gehalten werden, erklärte die Stadtverwaltung. Ebenfalls sollen Mietende durch günstige Solarenergie vom Mieter- oder Direktstromprojekt der Stadtwerke Marburg (SWMR) profitieren.
Die Stadt fördert den Umstieg vom Auto auf Fahrrad und Stadtbus durch den Ausbau des Radverkehrs sowie des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Außerdem entwicklt sie einen „Green-City-Plan“. Er soll zu weiteren Maßnahmen für noch mehr umwelt- und klimagerechte Mobilität in der Stadt führen.
Dazu gehört auch die Inbetriebnahme weiterer Elektro-Tankstellen im Jahr 2019. Mit Förderprogrammen, Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen möchte die Stadt zudem die Bevölkerung dabei unterstützen, sich für den Klimaschutz zu engagieren.
Seit 2017 gehört Marburg außerdem der internationalen Bewegung „Blue Community“ an. Das beinhaltet unter anderem, den Genuss von Leitungswasser anstelle von Flaschenwasser zu fördern, denn für Transport, Produktion und Reinigung von Mehrwegflaschen beziehungsweise Recyceln von Einwegflaschen werden enorme Mengen an Ressourcen verbraucht.
Noch 2019 will die Stadt Marburg ein Klimagutachten mit Niederschlags-Abfluss-Simulation für das gesamte Stadtgebiet in Auftrag geben. Aufbauend auf dieser Analyse, sollen weitere Maßnahmen zum Klimaschutz sowie ein Anpassungskonzept an den Klimawandel erstellt werden.
Wie sieht es mit den Bürgern und Bürgerinnen aus? Wie unterstützt die Stadt Menschen, die sich für den Klimaschutz engagieren?
Viele Menschen in Marburg tragen bereits sehr engagiert zum Klimaschutz bei. Das geschieht etwa mit Bürgerprojekten zum Klimaschutz, einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach oder durch die Nutzung des ÖPNV.
Viele nutzen zudem für Strecken in der Stadt das Fahrrad. Die Stadt übernimmt für alle Nutzenden des Leihfahrrad-Systems „Nextbike“ die Gebühren für die ersten 30 Minuten einer Fahrt.
Die Förderung des Radfahrens habe für die Stadt Marburg allgemein einen großen Stellenwert und werde vielfältig vorangetrieben, erklärte die Pressestelle der Stadt. Das geschehe etwa durch den Bau von Radverkehrsanlagen und Radwegen auch in Abstimmung mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Für die Förderung von mehr Grün in Marburg biete die Stadt unter anderem Grünflächenpatenschaften an. Zudem bezuschusst sie Hauseigentümer, die ihr Dach begrünen.
Die Stadt möchte ihre Bürgerinnen und Bürger nicht nur finanziell, sondern auch mit Tipps wie der Ausstellung „Stromeinsparung im Haushalt“ unterstützen. Darüber hinaus hat sie im „Marburger Klimasparbuch“ viele Tipps zum klimafreundlichen Verhalten im Alltag in den Bereichen Ernährung, Konsum, Mobilität sowie Bauen und Wohnen zusammengestellt. In dem Buch, das im Februar 2019 veröffentlicht wurde, gibt es zudem 14 Gutscheine von Marburger Unternehmen und Organisationen.
Die Stadt möchte die Bürgerschaft dazu anreizen, klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen zu einem günstigen Preis kennenzulernen. Außerdem wollte sie mit ihrem „Klimaschutzbecher to go“ darauf aufmerksam machen, dass sich bereits mit kleinen Änderungen der Alltagsgewohnheiten ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz leisten lässt.
Der Becher ist ein ökologisch nachhaltig und ressourcenschonend produzierter Mehrwegbehälter für Kaffee, der dazu beiträgt, nicht auf den „Coffee-to-go“-Genuss verzichten zu müssen, ohne dabei Müll zu produzieren. Mit ihm gewann die Stadt den Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune 2017“ des Bundesumweltministeriums und des Deutschen Instituts für Urbanistik.
Anregungen von „Fridays for Future“ und vom „Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland“ (BUND) zur Umweltpolitik der Stadt hat marburg.news am Dienstag (18. Juni) veröffentlicht. Bereits am Montag (17. Juni) wies die Redaktion auf Aktionen zum Klimaschutz in Aachen und einen Bustransfer dorthin hin.

*Luca Mittelstaedt

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