Die Sommerferien sind vorüber. In Hessen beginnt das Schuljahr am Montag (10. August).
Im neuen Schuljahr werden etwa 809.000 Schülerinnen und Schüler die 1.808 Schulen in Hessen besuchen. Rund 67.000 Lehrkräfte werden sie unterrichten. Doch was werden sie ihnen beibringen? Wie werden sie sie auf ihr Leben vorbereiten?
Lesen lehren werden sie sie ganz gewiss und Schreiben. Rechnen steht sicherlich auch auf dem Lehrplan, wenngleich viele Ältere das längst ihren Handys oder Computern überlassen. Wie können die Kinder von heute auf das Leben von morgen vorbereitet werden, das sich sicherlich so rasant verändern wird, dass niemand treffsichere Vorhersagen darüber machen kann?
Stark machen muss man die Kinder, damit sie umgehen können mit Krisen. Krisenhafte Situationen werden sie wahrscheinlich wohl in größerem Umfang und nicht geringer Zahl zu bewältigen haben. Schon jetzt stehen die Menschen mit Sorge vor Klimawandel und Krieg, „Künstlicher Intelligenz“ (KI) und populistischen Angriffen auf Demokratie. Soziale Sicherungssysteme werden gnadenlos in Frage gestellt und Solidarität von vielen verächtlich gemacht.
All dem stehen die Lehrerinnen und Lehrer ebenso hilflos und unwissend gegenüber wie die Kinder. Das vereint die Generationen alle miteinander: Nur gemeinsam werden sie die Zukunft meistern können!
Marburgs Erstklässlerinnen und Erstklässlern bleibt nur zu wünschen, dass Marburgs Lehrerinnen und Lehrer ihnen viel Zuwendung und Verständnis entgegenbringen und sie motivieren, ihren eigenen Verstand zu gebrauchen. Wenn die „I-Dötzchen“ des Jahres 2026 dann 2039 ihr Abitur ablegen, dann wird ihre „Abi-Parade“ durch ein ganz anderes Marburg fahren als das, das der Abitur-Jahrgang 2026 nun mitgestalten kann. Die weitreichenden Veränderungen werden aber erträglich bleiben, wenn die Abi-Jahrgänge der zurückligenden und der kommenden Jahre Grundwerte wie Empathie, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein an ihre Kinder weiterreichen.