Dr. Yan Shan Loo möchte mit Nanopartikeln gezielt Wirkstoffe in Zellen bringen. Die Humboldt-Stipendiatin aus Malaysia forscht dazu an der Philipps-Universität marburg.
Dr. Yan Shan Loo erforscht am Fachbereich Pharmazie der Philipps-Universität Marburg neue Wege, Wirkstoffe gezielt in Zellen zu transportieren. Für ihr Forschungsprojekt zur Entwicklung biokompatibler, multifunktionaler Nanopartikel wird die Biotechnologin aus Malaysia mit einem Postdoc-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert. Vom Juni 2026 bis zum Mai 2028 forscht sie in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Udo Bakowsky und Dr. Jens Schäfer am Institut für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie. Im Mittelpunkt stehen dabei kationische hybride Nanopartikel auf Basis von Glykolipiden und Polymeren, sogenannte Cubosomen, die Wirkstoffe schützend umhüllen, gezielt zu ihrem Wirkort bringen und kontrolliert freisetzen sollen.
Der Forschungsaufenthalt verbindet internationale Expertise mit der pharmazeutischen Forschung am Standort Marburg. „Die Förderung durch die Alexander von Humboldt-Stiftung ist eine besondere Auszeichnung für Dr. Yan Shan Loo und zugleich eine Bereicherung für die Philipps-Universität“, erklärte Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Gert Bange. „Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen neue Perspektiven und Expertise in unsere Forschung ein und stärken damit die internationale Vernetzung unserer Universität.“
Mit ihrer Forschung knüpft Loo unmittelbar an die Arbeiten der Arbeitsgruppe von Udo Bakowsky an, die sich unter anderem mit innovativen Wirkstofftransportsystemen und Nanomedizin beschäftigt. Sie untersucht strukturierte Nanopartikel. Das sind winzige Strukturen, die sich aus bestimmten Lipid- oder Polymermolekülen selbst organisieren. Dabei interessiert sie besonders, wie sich deren Zusammensetzung und innerer Aufbau beeinflussen lässt und was mit den Nanopartikeln in biologischen Systemen geschieht. Die aus natürlichen Ausgangsstoffen gewonnenen Glykolipide bieten dabei vielfältige Möglichkeiten, die Eigenschaften der Partikel gezielt anzupassen.
Ziel ihrer Forschung ist, Struktur und Funktion der Nanopartikel so aufeinander abzustimmen, dass sie sich für die kontrollierte Abgabe von Oligonukleotiden eignen. Solche kurzen Nukleinsäure-Moleküle können gezielt in biologische Prozesse eingreifen, müssen dafür aber sicher und möglichst präzise an ihren Wirkort gelangen. Darüber hinaus untersucht Loo, wie sich die Nanopartikel für sogenannte „theranostische“ Anwendungen nutzen lassen. Das sind Systeme, die therapeutische und diagnostische Funktionen miteinander verbinden. Denkbar ist etwa, dass die Partikel auf bestimmte RNA-Sequenzen reagieren und so krankheitsrelevante molekulare Signale erkennen.
* pm: Philipps-universität Marburg