Das „Marburger Netzwerk für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ hat ein neues Gremium gegründet. Sein „Netzwerkrat“ soll in die Gesellschaft hineinwirken.
Seit April 2024 existiert das „Marburger Netzwerk für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“. Nun hat sich innerhalb des zivilgesellschaftlichen Netzwerks der Netzwerkrat gegründet. Während der konstituierenden Sitzung des Gremiums besprachen die Mitglieder ihre Aufgaben.
„Als wir als Stadt dazu aufgerufen haben, das zivilgesellschaftliche Netzwerk zu gründen, hofften wir auf zahlreiche Unterstützung, um unsere Demokratie und unsere Freiheit, unsere Vielfalt und Toleranz in Marburg zu schützen und zu stärken“, blickte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies zurück. „Rund ein Jahr später sind wir außerordentlich froh, dass mittlerweile etwas mehr als 800 Unterstützer*innen dem Marburger Netzwerk für Demokratie und gegen Rechtsextremismus angehören. Und es wächst weiter.“
Bislang haben sich mehr als 600 Menschen öffentlich zur Marburger Erklärung bekannt. Zehn Arbeitsgruppen gibt es inzwischen. Mit der Gründung des „Netzwerkrats“ ist nun ein Gremium hinzugekommen, das innerhalb des zivilgesellschaftlichen Netzwerks verschiedene Aufgaben wahrnehmen soll. Die Personen, die den Netzwerkrat bilden, möchten in verschiedene gesellschaftliche Bereiche hineinwirken.
Neben dem Gründungssprecher Dr. Georg D. Falk – einem ehemaligen Richter am Hessischen Staatsgerichtshof – gehören dem neu gegründeten Netzwerkrat auch Markus Blümel von der Katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul, die Theaterintendantin Carola Unser-Leichtweiß, Stefan Backhaus vom Sportkreis Marburg-Biedenkopf, Sareh Darsaraee vom Ausländerbeirat Marburg, die Universitäts-Vizepräsidentin Kati Hannken-Illjes, Dr. Ulf Immelt vom DGB Hessen-Thüringen, Christine Karches von „pro familia Marburg“, Kordula Weber von „Arbeit und Bildung“, Nicole Wehnert von den „Omas gegen Rechts“, Lasse Wenzel vom Kinder- und Jugendparlament Marburg (KiJuPa) sowie die Richterin Katrin Werner-Kappler vom Sozialgericht Frankfurt an. Beratend zur Seite stehen dem Netzwerkrat Tina Dürr und Dr. Reiner Becker vom Demokratiezentrum Hessen. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Elke Neuwohner werden zu den Treffen ebenfalls beratend eingeladen.
„Mit der Gründung des Netzwerkrates ist ein wichtiger Schritt zur Organisierung bürgerschaftlichen Engagements im Sinne der Ziele des Netzwerks geschafft“, sagte Netzwerksprecher Falk. „Gerade weil der Netzwerkrat die Zivilgesellschaft der Stadt abbildet, kann jetzt die Wirkungsmacht der Aktivitäten des Netzwerks dauerhaft abgesichert werden. Denn die Mitglieder des Netzwerkrates sind wichtige Multiplikatoren*innen in die Stadtgesellschaft hinein.“
Während der ersten Zusammenkunft der Mitglieder des neuen Netzwerk-Gremiums diskutierten sie vor allem darüber, welche Aufgaben der Netzwerkrat wahrnehmen soll. In einer Zeit gesellschaftlicher Spaltung und politischer Herausforderungen durch rechtsextreme Tendenzen sei der Netzwerkrat auf sehr vielfältige Weise gefordert. So soll der Netzwerkrat unter anderem als Multiplikator für Aktionen dienen.
Die Mitglieder sollen das Netzwerk und übergeordneten Aktionen koordinieren und sich um den Kontakt und Austausch mit Netzwerken anderer Kommunen kümmern. Der Netzwerkrat erhebt an sich selbst den Anspruch, eine Vorbildfunktion für jene gesellschaftlichen Bereiche wahrzunehmen, die vertreten werden.
Auch inhaltliche Fragen und kontroverse Haltungen sollen im Rat diskutiert werden. Die Mitglieder sollen auch Anregungen für Veranstaltungen geben. Der Netzwerkrat setzt sich außerdem zum Ziel, ins konkrete Handeln zu kommen.
Um seine Arbeitsfähigkeit besser zu organisieren, gab sich der Netzwerkrat einen vorläufigen Kreis von Sprecherinnen und Sprechern. Das sind Kordula Weber, Georg Falk, Sareh Darsaraee, Markus Blümel und Jenny Pfeifer. Bezüglich der künftigen Arbeitsstruktur nahm der Rat die Anregung auf, möglichst auch Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Wirtschaft und demokratische Parteien des Stadtparlaments in seinen Reihen zu integrieren.
Eine Arbeitsgruppe innerhalb des Netzwerks hatte in den vergangenen Monaten die künftige Struktur des Netzwerks erarbeitet. Netzwerkrat sowie dessen Sprecherinnen und Sprecher waren Ergebnisse dieser Beratungen. Weitere Informationen gibt es unter marburgmachtdemokratie.de/#/.
* pm: Stadt Marburg
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