Das Coronavirus hatte Marburg auch 2022 immer noch fest im Griff. Erst zum Jahresende ging die Pandemie allmählich in einen endemischen Zustand über.
Diese Hoffnung verdankt Deutschland Millionen von Impfungen sowie dem doppelten Boostern. Für die Entwicklung des mRNA-Impfstoffs gegen das Coronavirus „SARS-CoV-2“ hat die Philipps-Universität am Donnerstag (12. Mai) den beiden BioNTech-Gründern Prof. Dr. Özlem Türeci und Prof. Dr. Ugur Sahin die Ehrendoktorwürde verliehen. Ihr Unternehmen produziert den Impfstoff seit 2021 auch im Marburger Stadtteil Marbach.
Außerdem hat der Senat der Philipps-Universität Türeci im Juli in den Hochschulbeirat berufen. Dort hat sie die Nachfolge von Friedrich Bohl angetreten.
Seine Antrittsvorlesung an der Philipps-Universität hat Dr. Eckart von Hirschhausen am Dienstag (11. Januar) gehalten. Der Fachbereich Medizin hatte den Arzt und Kabarettisten zum Honorarprofessor berufen. Hirschhausen hatte vorher schon die Studierenden bei einer vielbeachteten Veranstaltung am Fachbereich überzeugt.
Mit dem renommierten Leibniz-Preis wurde Prof. Dr. Stefanie Dehnen ausgezeichnet. Die Marburger Chemikerin nahm die Auszeichnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Donnerstag (12. Mai) in Bonn entgegen. Verbunden mit dem Tottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis ist ein Preisgeld von 2,5 Millionen Euro.
Seit Freitag (18. Februar) hat die Philipps-Universität einen neuen Präsidenten. Der Umweltinformatiker Prof. Dr. Thomas Nauss trat die Nachfolge der Kunsthstorikerin Prof. Dr. Katharina Krause an. Krause war vom 18. Februar 2010 bis zum 17. Februar 2022 Präsidentin der Philipps-Universität.
Neue Forschungsbauten auf den Lahnbergen wie auch der Ausbau des „Campus Firmanei“ beispielsweise mit dem Umbau des Gebäudes Ketzerbach 63 verbessern die räumlichen Voraussetzungen für Studierende und Lehrende an der Universität. Zahlreiche interessante Ergebnisse hat ihre Arbeit auch 2022 wieder zutage gefördert. Mit Millionenbeträgen gefördert wurde die Forschung an der Marburger Universität auch im Jahr 2022 wieder.
Wie eine unendliche Geschichte zog sich die Auseinandersetzung um das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) durch das gesamte Jahr. Das Aus für die Partikeltherapie auf den Lahnbergen erhitzte die Gemüter dabei ebenso wie der Streit um die Kündigung einer Vereinbarung des Klinik-Betreibers Rhön-AG mit dem Land Hessen. Das Land lehnte den Vorschlag des Oberbürgermeisters Dr. Thomas Spies von Dienstag (15. November) jedoch ab, dass sich die Stadt mit 75 bis 10 Millionen Euro an einem Rückkauf des Klinikums beteiligen könne.
Dank ihres neuen Reichtums aus der Impfstoffproduktion von BioNTech in Marbach hat die Stadt Marburg ordentlich in Bildung investiert. Mit dem neuen Bildungsbauprogramm „BiBaP II“ hat die Stadt allein 40 Millionen Euro für Schulbauten ausgegeben. 30 Millionen gehen davon an Grundschulen, während die Gymnasien zehn Millionen Euro erhalten.
Für die Zukunft muss die Stadt Marburg auf eine Fortführung der ertragreichen Impfstoffproduktion in Marbach hoffen. BioNTech möchte dort künftig auch einen Impfstoff gegen Malaria herstellen. Auf diese Entwicklung hofft der Marburger Virologe Prof. Dr. Stephan Becker, der auf den Lahnbergen seit Jahren an der Entwicklungen von Medikamenten gegen Malaria, Ebola und andere todbringende Krankheiten forscht.
* Franz-Josef Hanke