Die Philipps-Universität saniert das Gebäude „Biegenstraße 9“. Dadurch soll mehr Platz für Forschung und Lehre entstehen.
Ab Mitte der zweiten Woche im September 2019 informiert ein Fassadenbanner über den Umbau des Hauses Biegenstraße 9, das künftig von den Instituten für Vor- und Frühgeschichte sowie Klassische Archäologie genutzt wird. Das Land Hessen stellt für dieses Projekt rund 3 Millionen Euro zur Verfügung. Die Bauabteilung der Philipps-Universität wurde vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst beauftragt, das Projekt im Rahmen des Hochschulpakts 2020 Bau-INVEST-Phase III zu realisieren.
Im Sommer 2020 werden die Umbauarbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein. Dann können die derzeit noch im benachbarten Kunstgebäude untergebrachten Institute einziehen.
„Dies wird dazu beitragen, die im Kunstgebäude herrschende Raumnot zu lindern“, hofft Maja Turba. Sie ist Leiterin der Bauabteilung des Dezernats Gebäudemanagement und Technik der Philipps-Universität.
Das 1924 errichtete Gebäude soll grundlegend saniert und umgebaut werden. Zudem wird der Brandschutz verbessert.
Der L-förmige Bau erhält im Zuge des Umbaus einen zusätzlichen Eingang an der Wolff-Straße. Er ermöglicht kurze Wege zu den Instituten im Kunstgebäude und dient als zweiter Fluchtweg. Der Haupteingang wird auch weiterhin an der Biegenstraße liegen.
Durch den Einbau eines neuen Aufzugs kann das Gebäude barrierefrei genutzt werden. Die Heizungsanlage wird grundsaniert, außerdem erhält das Haus ein modernes Beleuchtungssystem, eine Lüftungsanlage sowie neue sanitäre Einrichtungen.
Da das Bauwerk unter Denkmalschutz steht, werden alle Oberflächen sowie herausragende innenarchitektonische Elemente der 20er Jahre wie beispielsweise Terrazzoböden, Innentüren und Treppengeländer denkmalgerecht aufgearbeitet.
Das Gebäude Biegenstraße 9 wurde im Jahr 1924 als preußisches Finanzamt errichtet. Ende der 50er Jahre wurde es an der Biegenstraße um einen dreigeschossigen Flachdach-Anbau erweitert, der die Lücke zum Nachbargebäude schloss. Die letzte Sanierung wurde in den 80er Jahren durchgeführt.
Die Philipps-Universität nutzte das Haus von Anfang der 90er Jahre bis 2014 als Institutsgebäude für geisteswissenschaftliche Fächer. Zuletzt stand es aufgrund des schlechten baulichen Zustands weitgehend leer.
* pm: Philipps-Universität Marburg