Lohn für Einsatz: Lucie Jarrige forscht und klettert in Marburg

Zwei Jahre lang wird Dr. Lucie Jarrige die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Eric Meggers verstärken. Die Chemikerin hat ein Postdoktoranden-Stipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung.

Zuvor hatte sie an der Université Paris-Saclay gearbeitete. Die 27-jährige Wissenschaftlerin arbeitet in der Arbeitsgruppe von Meggers an der Transformation von Molekülen mit Hilfe von Licht.
„Licht ist eine umweltfreundliche Energiequelle“, erläuterte Jarrige. Als Lichtquelle werden in der AG Meggers blaue LEDs-Leuchtdioden mit einer spezifischen Wellenlänge verwendet.
An Themen mit Umweltschutzbezug hat Jarrige auch schon in Frankreich gearbeitet. Dort hat sie untersucht, wie Abfallprodukte chemischer Reaktionen zum Beispiel bei der Arzneimittelherstellung gefiltert und dadurch reduziert werden können.
Jarrige, die ursprünglich aus einem kleinen Ort in Südfrankreich stammt, ist im Zuge ihres Studiums oft umgezogen, auch weil sie bereits im Studium versuchte, möglichst viel Praxiserfahrung zu sammeln. „Chemie ist ein sehr experimentelles Fach“, erklärte sie. „Ich habe in den Sommerferien immer versucht, einen Monat lang in einem Labor zu arbeiten, um das Experimentieren zu lernen.
Die Erfahrung und Qualität ihrer Arbeit hat bereits Früchte getragen: 2017 erhielt sie für ihre Forschung eine finanzielle Unterstützung von 15.000 Euro von der UNESCO-L´Oréal-Kooperation „For Women in Science“ in Partnerschaft mit der Akademie für Wissenschaften. Ihre Doktorarbeit am Centre Nationale de la recherche scientifique (CNRS) Gif-sur-Yvette an der Université Paris Saclay wurde durch ein Forschungsstipendium des französischen Bildungsministeriums unterstützt.
Außergewöhnlich ist aber nicht nur die wissenschaftliche Karriere von Jarrige, sondern auch die sportliche. Im Alter von 15 Jahren verlor Jarrige in Folge einer Knochenkrebs-Erkrankung ihr linkes Bein. „Ein Bein weniger hindert mich nicht daran, dieselben Sachen wie andere zu machen“, sagte sie.
Den Beweis dafür lieferte sie zuletzt bei der Weltmeisterschaft im Handicap-Klettern in Innsbruck im September 2018. Zum zweiten Mal in Folge gewann sie nach 2016 den Titel.
„Klettern ist mein Hobby“, erklärte sie Momentan klettert sie dreimal pro Woche in der Marburger Kletterhalle. Ab Januar bereitet sie sich auf die nächste Weltmeisterschaft vor.
Neben der Forschungsumgebung schätzt die Doktorin in Marburg auch die Größe der Stadt. „Nach Bordeaux und Paris wollte ich in eine Stadt mit einer menschlichen Größe zurück, wo ich schnell im Grünen bin“, bemerkte sie.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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