Vorstellungen erarbeitet: Zwei Premieren des HLTM im Februar 2026

Zwei Premieren feiert das Hessische Landestheater Marburg (HLTM) im Februar. Nach dem großen Erfolg von „Die Guten“ kommt nun auch „Die Insel“ von Rebekka Kricheldorf auf die Bühne des HLTM.
Premiere feiert die Inszenierung von Schirin Khodadadian am Samstag (14. Februar) um 19.30 Uhr im Erwin-Piscator-Haus (EPH). Um 19 Uhr findet eine Einführung statt. Im Anschluss zelebrieren wir die Premiere mit der öffentlichen Premierenfeier.
Auf einer herrlichen Insel in der Karibik, mit Sonne, Strand und allen anderen Sinneseindrücken, treffen wir die Protagonist*innen des Stücks. Die vier handverlesenden Superexpert*innen Ann, Andre, Hannes und Kristina arbeiten in dieser wundervollen, gleißenden Umgebung. Sie forschen an der perfekten Vermarktung künstlich erzeugten Fleisches. Von „Animalsdelight“ sind sie auserkoren worden und haben den Auftrag, eine Verführungsstrategie für Verbraucher*innen zu entwickeln. Dafür müssen sie das menschliche Belohnungszentrum, Ängste und Sehnsüchte manipulieren. Sie wollen das fast Unmögliche schaffen. Die Psychologin Kristina, Hannes, der Soziologe, André, mit dem Master of Manipulation und Ann, die Neurobiologin, sind im Auftrag des Unternehmens dort, halten Meetings und Brainstormings für die aller beste Strategie ab und gehen in die Vollen.
Doch so ganz genau wissen sie nicht, wo und in was für einem Zusammenhang sie sich wirklich befinden, und dass das Haus, in welchem sie sind, ein Smart Haus ist. All ihre Bewegungen und all ihre Bedürfnisse werden aufgezeichnet, der eingebaute Algorithmus hilft und unterstützt sie, kennt aber auch ihre Vergangenheit – ob sie das wollen oder nicht.
Der Arbeitsauftrag und das Smart Haus verschmelzen immer mehr ineinander. Die Manipulation geht auf sie über, betrifft jeden Einzelnen von ihnen selbst. Die Fassade der Erfolgstypen bröckelt. „Das High Tech der Zukunft“ (Rebekka Kricheldorf) zockt höher, wie in einem Prisma schmelzen nicht nur sie unter der Sonne – das Klo fängt an zu sprechen und auch die Wände fangen an zu vibrieren. Nicht nur die Neuronen fangen an zu glühen, auch die Quanten und Pixel verschachteln sich, gebären neue Zusammenhänge und werfen dann doch die uralten Fragen auf: „Wer bin ich und wenn ja wie viele?“ (Richard David Precht).
Das ist ein Stück für alle Menschen ab 15 Jahre, die die technischen Möglichkeiten der Zukunft gern auch mal mit einem Augenzwinkern sehen wollen und über Manipulationsversuche lachen wollen. Die Premiere findet am Samstag (14. Februar) um 19.30 Uhr im Erwin-Piscator-Haus an der Biegenstraße statt.
„Wer bin ich? Was bedeutet, wer ich bin für „wo will ich sein“? Wo gehöre ich dazu? Wie wünsche ich mir meine Lebensrealität, meinen Ausdruck, meine Art, zwischenmenschliche Verbindungen einzugehen?“
Diese Fragen stellt HISTORIANS „Say they were just Friends“ – eine Ode an Buttches, Dykes, Femmes UND Queers“. Die Inszenierung von Phin Mindner bewegt sich feiert Premiere am Samstag (28. Februar) um 19.30 Uhr im „Kleinen TaSch „im Theater am Schwanhof. Um 19 Uhr findet eine Einführung statt, und im Anschluss zelebriert das HLTMdie Premiere mit der öffentlichen Premierenfeier.
Das Rechercheprojekt unter der künstlerischen Leitung von Phin Mindner bewegt sich zwischen Sitcom, Stand-Up-Comedy, politisch und gesellschaftlicher Recherche und klassischer Held*innen-Reise und lädt das Publikum ein, sich mit Identität(en) und dem gemeinschaftlichen Kontext, in dem diese sich bilden, zu beschäftigen. Das Stück erzählt dabei von einer jungen Person auf der Suche nach sich selbst, begleitet von ihren Freund*innen. Als sie gemeinsam erkennen, dass es die Notwendigkeit roter Fäden gibt, um Bezüge untereinander herzustellen, öffnet sich der Bühnenraum in ein Archiv lesbisch_queerer Erinnerungen. Das HLTM wird so zu einem Ort, in dem sich Vergangenes und Gegenwärtiges begegnen, um so das Kommende mitzugestalten. Das ist ein Theaterabend für alle Menschen ab 15Jahre, die den Spuren queer_ lesbischen (Er-)Lebens mit neugierigem Blick folgen und die Notwendigkeit von Gemeinschaft und Archiven als Spielplatz zur Identitätsfindung verstehen wollen.

* pm: Hessisches Landestheater Marburg

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