Die Mausefalle: Hörtheatrale brachte Stück von Agatha Christie

Bereits zum achten Mal fand Mitte August der Hörtheater-sommer statt. Damit organisierte die „Hörtheatrale“ bereits zum wiederholten Male ein Livehörspiel unter freiem Himmel.
Aufgrund der zunehmenden Beliebtheit der Marburger Live-Hörspiele war die Aufführung sehr gut besucht. Die diesjährige Produktion basierte auf dem Stück „Die Mausefalle“ von Agatha Christie. Es ist eines der meistgespielten Theaterstücke der Königin des Krimis.
Die Veranstaltung fand im Mühlenhof der Steinmühle statt. Zum einen verlieh das Ambiente als ehemaliger Besitz des Landgrafen der Veranstaltung einen romantischen Eindruck; zum anderen waren die Bühne und die Publikumssitzplätze von den benachbarten Gebäuden umrahmt, so dass das Open-Air-Event dennoch geschlossen und privat wirkte. Vor dem Eingang der Steinmühle war eine mittelgroße Bühne für die fünf Darsteller aufgebaut.
„Die Mausefalle“ war ursprünglich als Radio-Hörspiel konzipiert. Christi präsentierte ihr Werk jedoch im Jahr 1947 zum ersten Mal als Theaterstück auf der Bühne. Die Produktion der „Hörtheatrale“ gibt die Originalerzählung wieder, worin acht Fremde aufgrund eines Schneesturms in einer Pension gefangen sind.
Ein mysteriöser Mord in London sorgt für Unruhe und lässt jeden der Gäste verdächtig wirken. Aber wer soll der Mörder sein? Wer ist das nächste Opfer?
Das Hörstück war in zwei Teile gegliedert. In der ersten Hälfte wurden Schauplatz und Protagonisten vorgestellt.
Die junge und seit kurzem verheiratete Mollie Ralston erbt ein altes Familienhaus. Zusammen mit Ehemann Giles bezieht sie das Haus und eröffnet die Pension „Monkswell Manor“.
Kurz darauf kommen vier angekündigte Gäste an: der unbeholfene Architekturstudent Christopher Wren, die strenge und konventionelle Mrs. Boyle, die extravagante und distanzierte Miss Casewell sowie der pensionierte Offizier Major Metcalf. Durch einen schlimmen Schneesturm aufgehalten, erscheint unerwartet ein weiterer Gast: der geheimnisvolle Mr. Paravicini.
Plötzlich erhält Mollie einen Anruf: Ein Polizist wird in der Pension eintreffen. Sergeant Trotter erscheint gerade rechtzeitig, bevor das Haus vom Schnee abgeschnitten wird.
Wenig später ist auch die Telefonleitung tot. Wie sich herausstellt, ist es kein Zufall, dass die acht Charaktere wie „Mäuse in einer Falle“ zur gleichen Zeit in dem alten Haus gefangen sind.
Auch wenn die Handlung spannend aufgebaut war, schien der erste Teil des Stücks etwas langatmig. Dennoch blieb die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf die Bühne gerichtet.
Dafür sorgten die dynamischen, witzigen Dialoge, die leichte Prise makabren Humors, das vorzügliche Spiel und die gelungene Untermalung aus Licht, Geräuschen und Nebel. Die Raucheffekte, die Stimmen, Geräusche und Musik waren ebenfalls in perfektem Einklang mit der Darstellung.
Die Schauspieler trugen keine vollen Kostüme. Stattdessen verwendeten sie subtile Details zur Verkleidung. Beispielsweise ein Schal, Hut, Brille oder eine Zigarettenspitze gaben dem Publikum Hinweise darauf, wann die Schauspieler in einen anderen Charakter schlüpften.
Die zweite Hälfte des Stücks bot ein temporeiches, überraschendes Finale. Der Killer befand sich im Haus. Ganz im Stil Cristis war die Mordlösung nicht vorhersehbar und nicht ohne den unerwarteten Twist.
Allerdings folgten die Ereignisse gegen Ende des Stücks zu schnell, so dass die Schlussszenen abgehakt wirkten. Insgesamt bot die Hörtheatrale mit der „Mausefalle“ aber einen aufregenden Hörtheathersommer und einen gelungenen Krimi-Abend, der nicht nur weiterempfehlenswert ist, sondern auch Lust auf mehr macht.

 

 * Denitza Vasileva

Über def

Freie Mitarbeiterin seit August 2018

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