Die Stadt unterstützt junge Menschen für mehr Teilhabe. Dafür beschäftigt sie eine „Verfahrenslotsin“ für Eingliederungshilfe.
Julia Wied ist „Verfahrenslotsin“ für Eingliederungshilfe. Seit Januar berät sie junge Menschen mit Beeinträchtigungen und zeigt auf, welche Formen der Unterstützung sie wo beantragen können. Das neue Beratungsangebot findet sich Auf der Appeling 6 in Marburg-Cappel.
„Gemeinsam etwas mit Gleichaltrigen zu unternehmen und am öffentlichen Leben teilzunehmen – das ist für die meisten Menschen von großer Bedeutung“, erklärte Bürgermeisterin Nadine Bernshausen. „Für junge Menschen und deren Entwicklung aber ist es besonders wichti.“
Die neue „Verfahrenslotsin“ Julia Wied soll Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen dabei unterstützen, sich in der Beratungslandschaft zurechtzufinden. Das neue Angebot der Stadt Marburg richtet sich an junge Menschen und an ihre Familien und ist Anfang dieses Jahres an den Start gegangen.
Ob es um die Teilhabe an Bildung, am Sozialleben oder am Arbeitsleben geht: Die Verfahrenslotsin hilft den Ratsuchenden gerne weiter. Allerdings ist dabei zu beachten, dass entsprechende Anträge nicht direkt bei der Verfahrenslotsin gestellt oder bearbeitet werden können. Auch eine Rechtsberatung kann nicht erfolgen. Bei dem Angebot handelt es sich um eine Beratung, die der Orientierung dienen soll.
„Meine Aufgabe ist es vor allem, Ansprechpartnerin für Fragen zu sein und aufzuzeigen, was es für Angebote und Möglichkeiten gibt“, erklärte Wied. „Bei Interesse verweise ich dann an die entsprechende Stelle, die den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei ihrem jeweiligen Ziel weiterhelfen kann und wo die Anträge gestellt werden müssen.“
Kinder und Jugendliche können die Beratung mit oder ohne Sorgeberechtigte wahrnehmen. Auch die Begleitung zu Terminen bei anderen Stellen ist nach Absprache möglich. Zudem hat die Verfahrenslotsin auch eine Beratungsfunktion nach innen. „Durch die Erfahrungen, die ich in den Beratungsgesprächen mache, kann ich den entsprechenden Stellen Rückmeldung geben, zum Beispiel, wenn bestimmte Prozesse noch zu undurchsichtig sind oder wo Hilfesuchende gegebenenfalls noch auf Probleme stoßen“, erläuterte Wied.
Die Stadt Marburg legt großen Wert darauf, Teilhabe für alle – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter oder Einschränkungen zu ermöglichen. So haben gerade erst die Lebenshilfe Marburg-Biedenkopf und die Marburger Down-Syndrom-Selbsthilfegruppe das Haus der Jugend mit seinen Angeboten für Kinder und Jugendliche als „Wohlfühlort für Inklusion“ ausgezeichnet. Das neue Beratungsangebot stellt eine gute Ergänzung dar. Denn neben Angeboten, an denen sich beteiligt werden kann, braucht es auch Unterstützung dabei, sich in der vielfältigen Beratungs- und Förderlandschaft zurechtzufinden.
Die Beratungen durch die Verfahrenslotsin sind vertraulich, niedrigschwellig und unbürokratisch. Interessierte können sich zu einem Erstgespräch anmelden. Dort werden gemeinsam Inhalte und der Verlauf der Beratung vereinbart.
Die Inanspruchnahme der Beratung ist kostenfrei. Zur Überwindung von Sprachbarrieren kann eine Dolmetscherin oder ein Dolmetscher – auch für Gebärdensprache – hinzugezogen werden. In Absprache mit allen Beteiligten können die Gespräche bei der Verfahrenslotsin Auf der Appeling 6 in Cappel oder als Telefon- oder als Videokonferenz stattfinden. Zur Terminvereinbarung wenden sich Interessierte an die Verfahrenslotsin Julia Wied per Mail an verfahrenslotse@marburg-stadt.de oder 06421/201-5738.
* pm: Stadt Marburg