Die Marburger Oberstadt hat viele enge Gassen sowie Außengastronomie und Lieferverkehr, die die Zufahrt im Notfall deutlich erschweren. Die Aktion „Die Oberstadt macht Platz und rettet Leben“ will das verbessern.
„Wenn Menschen in Not sind, zählt jede Sekunde.“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Damit in der Marburger Oberstadt keine wertvollen Sekunden verloren gehen ist es wichtig, dass Platz ist, wenn die Retter*innen mit den Fahrzeugen durch die engen Straßen fahren müssen.“
Er fuhr fort: „Damit es im Einsatz schneller geht, können alle mithelfen und von vornherein dafür sorgen, dass Fahrzeuge, Mülleimer, Tische oder Stühle nicht im Weg stehen – oder im Ernstfall schnell weggeräumt werden. Gemeinsam nehmen wir Rücksicht, machen Platz und retten Leben!“
Die Stadt und der Ortsbeirat Altstadt möchten daher mit der Kampagne „Die Oberstadt macht Platz und rettet Leben“ darauf aufmerksam machen, dass im Ernstfall alle helfen können. So sollen die Einsatzkräfte schnell durch die Straßen kommen.
Die Stadt Marburg hat bereits mit der Kampagne „Marburg zeigt Respekt“ für Einsatzkräfte gute Erfahrungen gemacht. Damit wirbt die Stadt – insbesondere nach Respektlosigkeiten gegenüber Retterinnen und Retter im Einsatz – dafür, einander mit Respekt zu begegnen.
Aufkleber auf Einsatzfahrzeugen werben dafür. Nun hat sich die Stadt wieder für Aufkleber entschieden, ergänzt durch eine Infokarte.
„Es ist uns wichtig, die Nutzer*innen der Oberstadt zu sensibilisieren“, erklären Carmen Werner und Andreas Brauer von der Feuerwehr Marburg. Die Feuerwehr hat wegen der größeren Fahrzeuge, die viel Rettungsmaterialien transportieren müssen, mit die größten Probleme.
Aber auch Polizei, Rettungsdienst und Ordnungsamt haben Erfahrungen mit Behinderungen auf den Wegen in der Oberstadt. „Gemeinsam können wir Leben retten, wenn wir schnell reagieren und freie Bahn und freie Aufstellflächen schaffen“, erklärt Stephan Kilian, stellvertretender Wehrführer Marburg-Mitte, von der zuständigen ehrenamtlichen Feuerwehreinheit für die Oberstadt.
Gastronominnen, Gastronomen und Geschäftstreibende der Oberstadt können sich beteiligen und die Aktionsaufkleber und Karten über den Ortsbeirat Oberstadt, die Oberstadtwache der Polizei und die Feuerwehr Marburg erhalten. Damit können sie auf ihren Tischen, an Fenstern und Aufstellern darauf hinweisen: „Die Oberstadt macht Platz!“
Alle packen an und achten auf eine freie Fahrt für Fahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn. „Der Aufkleber ist quasi der Knoten im Taschentuch“, sagte Spies.
Die meisten Menschen würden nicht mit Absicht einen potentiellen Rettungsweg blockieren. Also möchte die Stadt sensibilisieren.
„Das wirkt mehr als Ordnungsrecht“, fügte Spies hinzu. Die Stadtpolizei wird in den nächsten Wochen vermehrt die Infokarte nutzen und hinter Scheibenwischer von Autos klemmen.
Auch die Polizei, die Rettungsdienste und der Ortsbeirat Altstadt unterstützen die Aktion. Sie wollen gemeinsam helfen, kontinuierlich für Respekt, Unterstützung und freie Rettungswege zu werben.
*pm: Stadt Marburg