Gänzlich grün: Hilfe gegen herzzerreißende Hitze

FJH

Franz-Josef Hanke (Foto: Laura Schiller)

Der Schweiß steigt mir auf die Stirn. Schon am Mittag ist es auf dem Balkon richtig heiß.
36 Grad Celsius in Marburg hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Samstag (18. Juni) angesagt. Im Laufe des Nachmittags wird diese Temperatur auch wirklich erreicht.
Langsam schleppen sich einzelne Fußgängerinnen und Fußgänger durch die Straßen der Stadt. Ab und zu fährt auch einmal ein Auto an ihnen vorüber. Wer kann, bleibt daheim.
Auf meinem Balkon genieße ich noch den Schutz des Dachs über mir. Zwei Balkone in den darüberliegenden Etagen sowie der Hang zum Schlossberg hin schützen mich vor der direkten Sonneneinstrahlung. In meinem Wohnzimmer ist es angenehm kühl, wenn die Balkontür geschlossen bleibt.
Der Klimawandel hat auch Marburg mit Macht aufgeheizt. „Fridays for Future“ reichen bei Weitem nicht aus, um die nötigen Maßnahmen zum Gegensteuern rasch durchzusetzen. Selbst „All Days for Future“ wäre da möglicherweise immer noch zuwenig.
Ich gönne mir eine kalte Dusche und denke dabei daran, dass im Vogelsberg bereits das Wasser rationiert worden ist. Andererseits denke ich an die vielen Menschen, die bei Temperaturen weit über 30 Grad an Austrocknung oder Herzinsuffizienz sterben. Der Klimawandel kann töglich enden.
Das Wasserband in der Ketzerbach wurde vor einigen Wochen abgestellt. Um es anzubringen, waren die alten Bäume in der Mitte der Straße gefällt worden. Jetzt fehlen sie und ihr Schatten ebenso wie das Grün auf zahlreichen Plätzen in Marburg, die in den letzten Jahren mit wasserabweisendem Asphalt versiegelt worden sind.
Ich wünsche mir Bäume auf dem Firmaneiplatz und entlang der Deutschhausstraße sowie der Biegenstraße. Baumpflanzungen und eine Begrünung des Elisabeth-Blochmann-Platzes vor der Mensa wären wunderbar, um die weitere Erwärmung abbzumildern. Marburg muss ganz grün werden, damit die Stadt nicht mitsamt ihrer Bevölkerung den allmählichen Hitzetod stirbt.

* Franz-Josef Hanke

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