Akzeptierte Aktion: Testwochen in Kitas gehen weiter

Die Testwochen in Marburger Kitas gehen weiter. 80 Prozent der Eltern begrüßen das freiwillige Angebot der Stadt.
Die Präventionswochen in Marburger Kitas und Krippen sind abgeschlossen und dennoch nicht vorbei, denn das freiwillige Test-Angebot der Universitätsstadt Marburg ist bei den Eltern gut angekommen. Rund 80 Prozent der Eltern nahmen teil. Daher hat die Marburger „Corona“Expertengruppe Kinderbetreuung“ beschlossen, das Test-Angebot fortzuführen.
„In Zeiten der Pandemie ist es besonders wichtig, aufeinander zu achten und präventiv zu handeln“, sagte Stadträtin Kirsten Dinnebier. „Wir freuen uns, dass die Präventionswochen bei den Eltern so großen Anklang gefunden haben und führen das nach wie vor freiwillige Angebot daher fort.“
Rund 80 Prozent der Eltern nahmen an der Aktion teil. Dabei schwankte das Interesse der Eltern an den freiwilligen Tests von Einrichtung zu Einrichtung und lag zwischen 39 und 100 Prozent.
An der Aktion beteiligten sich städtische Kitas, Einrichtungen in freier Trägerschaft und Tagespflegepersonen. „Da das Angebot sowohl von Elternseite als auch von den Teams sehr begrüßt wurde, hat die Marburger Corona-Expertengruppe Kinderbetreuung beschlossen, die freiwillige Test-Aktion fortzuführen“, berichtete Angela Stefan vom Fachdienst Kinderbetreuung der Stadt Marburg.
In der Expertengruppe vertreten sind Mediziner*innen, Eltern, Vertreter*innen der Stadt sowie der freien Träger, das Jugendamt und die Elternschaft. Seit mehr als einem Jahr berät die Gruppe regelmäßig über Kinderbetreuung und Kita-Betrieb unter Pandemie-Bedingungen.
Bis voraussichtlich nach den Osterferien erhalten Eltern zwei Tests pro Woche in den jeweiligen Einrichtungen. „Eltern, die bisher noch nicht teilgenommen haben, können selbstverständlich jederzeit einsteigen“, betonte Stefan. Dabei werden die Testungen in Phasen von niedrigen Inzidenzen gegebenenfalls ausgesetzt, um so der Testmüdigkeit und somit einer geringeren Beteiligung entgegenzuwirken.
Um das Testen für alle Beteiligten – besonders für die Kinder – so angenehm wie möglich zu gestalten, hat sich die Stadt dafür entschieden, die Eltern die Tests zu Hause durchführen zu lassen. Karin Ketzer vom Elternbeirat der Kita Goldbergstraße berichtete dazu: „Wir haben auch vor dem städtischen Testangebot unsere Tochter wöchentlich getestet, allerdings sind die Kosten für die Tests in letzter Zeit ja wieder gestiegen und gerade für Kinder ist das Testen in privater Umgebung ja viel angenehmer als in Testzentren.“
Die Mutter bewertet das Angebot positiv. „Ich denke, dass das regelmäßige Testen in Kindergärten einen enormen Schutz für die Kleinsten darstellt, die zur Zeit nicht geimpft werden können und auch sonst durch viele Raster fallen“, erklärte Ketzer.
Die Entscheidung, die Kinder zu Hause testen zu lassen, beruht auch auf einer Empfehlung der Corona-Expertengruppe. Denn im vergangenen Frühjahr hatte die Stadt bereits in mehreren Kitas die sogenannten „Lolli-Tests“ angeboten, die allerdings das Personal in den Einrichtungen selbst durchführte. Aufgrund der Erfahrungen legte die Expertengruppe nahe, dass das häusliche Umfeld die Testung erleichtern könne.
Ein positives Ergebnis melden die Eltern an die entsprechende Einrichtung sowie an das Gesundheitsamt. Zudem erfolgt ein PCR-Test, um das Ergebnis zu überprüfen. Für das weitere Verfahren wird die Familie von dem Gesundheitsamt betreut.
Der Stadt Marburg wurde im Rahmen der zwei Testwochen nur ein positiver Fall bekannt. Das Gesundheitsamt wurde darüber sofort informiert. Es ergriff entsprechende Maßnahmen und ordnete die Quarantäne an.
Zirka 7.000 Tests sind bereits in den ersten zwei Wochen an die Eltern für ihre Kinder ausgeteilt worden. 10.000 weitere hat die Stadt Marburg bereits nachbestellt. Die Tests, die die Stadt mit Zuschüssen des Landes Hessen finanziert, erhalten die Eltern weiterhin kostenlos.
Die Stadt hat sich für die speziellen „Lolli-Tests“ entschieden, da sie auch für kleine Kinder geeignet und einfach anzuwenden sind. Jedem Test liegt eine bebilderte Anleitung bei, wie die Tests durchgeführt werden. Das Formular zur Teilnahme an der Test-Aktion ist in den Einrichtungen auf Deutsch, Englisch und Russisch erhältlich.

* pm: Stadt Marburg

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