Auf´s Dach gestiegen: Schule gewinnt seit 20 Jahren Solarstrom

Auf dem Dach der Emil-von-Behring-Schule ist 1997 die damals größte Photovoltaikanlage in Marburg in Betrieb genommen worden. Bürgermeister Dr. Franz Kahle gratulierte bei einer Feierstunde in der Mediathek der Schule zum Jubiläum.
Symbolisch nahm er für die Stadt 20 Prozent der Pachterträge der kommenden drei Jahre in Empfang. „Den Höhenflug des Solarstroms haben vor 20 Jahren selbst Optimisten nicht erwartet“, sagte Kahle.
Inzwischen sei die Universitätsstadt Marburg mit einer Vielzahl an großen und kleinen Anlagen Vorreiter, freute er sich.
Neben der Stadt und Unternehmen seien es auch Privatleute, die ihre Dächer bestücken. „Jede kleine Anlage hilft der Bewegung weiter“, erklärte Kahle.
Der Magistrat hat am Montag (15. Mai) beschlossen, dass die Erträge künftig dem Förderverein zur Unterstützung der Umweltbildung der Emil-von-Behring-Schule zufließen. 2021 geht die Anlage dann in den Besitz des Fördervereins über.
Der Bürgermeister erinnerte daran, dass 1997 die Stadtwerke Marburg (SWM) die Errichtung auf dem Dach der Emil-von-Behring-Schule mit einem Zuschuss und einer eigenen Einspeisevergütung gefördert haben. Der ehemalige Rektor Helmut Range berichtete als Mitinitiator des Projekts, dass die Stadt seinerzeit das Dach für 20 Jahre kostenfrei dem Verein Solar Marburg zur Verfügung gestellt hat. Er dankte Prof. Dr. Hans Ackermann, der das Projekt damals initiiert und viele Jahre engagiert begleitet habe.
Drei Jahre später wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verabschiedet. Wie Sabine Altmann von der Firma GreenVesting aus Cölbe, die die Geschäftsführung für das Projekt innehat, berichtete, habe sich dadurch die Förderung bis 2020 verlängert. Die Stadt erhalte für diese Zeit 20 Prozent der Erträge; danach gingen sie zu 100 Prozent an sie über, wenn die Bundesförderung ausläuft.
„Die Photovoltaikanlage funktioniert für ihre Verhältnisse noch sehr gut“, stellte Altmann im Hinblick auf deren Alter fest. Michael Brauer hob als Kassenwart des Schulfördervereins hervor, dass Solarstrom – anders als Atomstrom – auch krisensicher sei. „Wir freuen uns deshalb sehr, die Anlage auf dem Dach zu haben“, erklärte der Physiklehrer.

* pm: Stadt Marburg

Kommentare sind abgeschaltet.