Coronavirus im Kulturbetrieb: Spies plant finanzielle Unterstützung bei Absagen

Das Hessische Sozialministerium hat alle Veranstaltungen mit 1.000 oder mehr Gästen bis vorerst Freitag (10. April) verboten. Bei einer geringeren Teilnehmerzahl sind Veranstaltungen nicht verboten und liegen weiterhin in der Verantwortung des Veranstalters.
Werden Veranstaltungen entgegen der Empfehlung des Gesundheitsamts durchgeführt, sind seine Hygieneempfehlungen zu beachten. Sollte die kritische Teilnehmerzahl seitens des Ministeriums in den nächsten Tagen herabgesetzt werden, wird darüber unverzüglich informiert.
Die Absage von Veranstaltungen kann die Stadt als Kommune nicht veranlassen – das liegt in der Zuständigkeit des Gesundheitsamts beziehungsweise des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Die Stadt möchte aber dringend empfehlen, alle öffentlichen Veranstaltungen unabhängig von der Teilnehmerzahl – ebenfalls vorerst bis zum 10. April 2020 – abzusagen.
Um die Veranstaltenden mit dieser schwerwiegenden Entscheidung finanziell nicht ganz alleine zu lassen, plant Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies ein Hilfspaket von einer Millionen Euro, das insgesamt für Vereine und Verbände – und gerade auch für Kulturschaffende – vorgesehen ist. Auch städtische Forderungen sollen unbürokratisch gestundet werden.
Dieses zusätzliche Budget ist unter anderem dafür vorgesehen, gemeinnützige Vereine und Verbände, die wirtschaftlich besonders betroffen sind und von der Stadt bereits gefördert werden, zu unterstützen. Darüber hinaus denkt Oberbürgermeister Spies über weitere Maßnahmen nach, um Vereinen, Institutionen und Gewerbetreibenden zu helfen, Einnahmeeinbußen nachträglich zu kompensieren.
Das kann etwa bedeuten, abgesagte Veranstaltungen nachzuholen und zusätzliche Veranstaltungen nach dem Ende der Corona-Krise zu organisieren. Gleichzeitig möchte die Stadt alle Kulturschaffenden ermutigen, andere Ausgleichsmöglichkeiten wie Bundes- und Landesmittel, Kurzarbeit und Versicherungen vorrangig in Anspruch zu nehmen.
„Wir sehen und verstehen Ihre Not und hoffen, Ihnen mit diesem ersten Schritt zu helfen, bis gegebenenfalls weitere Maßnahmen seitens des Ministeriums folgen“, erklärte Oberbürgermeister spies den Kulturschafenden. „Wir wollen Ihnen versichern, dass wir keinen Kulturbetrieb in finanzielle Not kommen lassen werden, nur weil er sich an die Empfehlung hält, Veranstaltungen in anlässlich des Corona-Virus‘ abzusagen.“

* pm: Stadt Marburg

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