Marburg macht mit: Internationale Woche gegen Rassismus

An der bundesweiten „Internationalen Woche gegen Rassismus“ von Montag (13. März)  bis  Sonntag (26. März) beteiligt sich auch die Universitätsstadt Marburg.

Menschen aller Kulturen und Religionen sollen sich begegnen und informieren. Sie sollen miteinander feiern und ins Gespräch kommen. Das Programm gestalten mehrere Kooperationspartner. Gemeinsames Ziel ist eine Dialogkultur auf Augenhöhe.

„Auch wenn man sich in Marburg im Hinblick auf Weltoffenheit und einen toleranten Umgang weit auf der sicheren Seite wähne, sei dies heute viel weniger selbstverständlich als man noch vor ein oder zwei Jahren gedacht habe“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies bei der Präsentation des Programms am Dienstag im Rathaus. Wo es vor kurzem in Deutschland noch eine „Woge der Offenheit“ gegeben habe, erleben wir jetzt ein für den Oberbürgermeister „kaum zu ertragendes Wiederhervorkriechen“ von rassistischem Gedankengut.

Rassismus sei nicht nur ausländerfeindliche Parolen einiger politischer Gruppierungen, „Rassismus ist ein alltägliches Phänomen“, sagte Spies. Umso wichtiger sei es, deutlich zu machen, dass Rassismus, Chauvinismus und jede Form von menschenverachtenden Äußerungen in der Universitätsstadt Marburg unerwünscht seien. Mit den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ gehe es darum, ein klares Zeichen zu setzen.

Zum Programm gehören ganz unterschiedliche Veranstaltungen. Das Marburger „Cineplex“-Kino beteiligt sich mit einem Film aus dem aktuellen Programm, der laut Kino-Chefin Marion Closmann „gut und unterhaltsam anzuschauen und trotzdem wichtig“ ist: Der Film „Hidden Figures“ basiert auf der wahren Geschichte von drei afro-amerikanischen Frauen, die als „unbekannte Heldinnen“ in den 60er Jahren bei der NASA maßgeblich an der Entstehung des Mercury- und des Apolloprogramms beteiligt waren. „Hidden Figures“ wird am Sonntag (19. März) um 10.45 Uhr im Capitol gezeigt.

Im Marburger Erzählcafé steht beim nächsten Mal (am Dienstag, den 21. März um 19 Uhr) das Thema „Toleranz – in Zeiten von wachsendem Rassismus“ im Mittelpunkt. Die Veranstaltung wurde organisiert vom Ausländerbeirat der Universitätsstadt Marburg und dem Projekt „Mosaiksteine“ Möglichst viele Marburgerinnen und Marburger sollen dazu im Kerner miteinander ins Gespräch kommen.

Im Kerner finden vier weitere Veranstaltungen statt. Sie wurden organisiert vom „Netzwerk Pfarrkirche“, das sich  nach einer Foto-Ausstellung zur Balkanroute in der Lutherischen Pfarrkirche gegründet hat. Dazu zählen ein „Abend der Begegnung“ mit Mitbringbuffet und ein Syrischer Abend mit Bilal Maikeh ebenso wie ein Kompetenztraining zur Bewältigung von Diskriminierung sowiewie ein Workshop zur Lebenssituation von Asylsuchenden. Für diese beiden Veranstaltungen am Samstag (17. März) und Sonntag (18. März) ist eine Voranmeldung nötig. Die entsprechenden Kontakte finden Interessierte über den Link zu den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“. Außerdem findet am Freitag (16. März) ein Filmgespräch mit Regisseur Peter Heller zu seinem Film „Life Saarabe Illegal“ im Capitol statt.

Zum Freitagsgebet lädt die Islamische Gemeinde Marburg am Freitag (24. März) zu zwei Vorträgen ein. Dr. Nkechi Madubuko sprich über „Diversity, Rassismus und Empowerment.“ Imam Asim Alqusaibi referiert die „Gott gewollte Vielfalt“. Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung lehne Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Gewalt ab, betont Hamdi Elfarra von der Islamischen Gemeinde. Diesen Fakt müsse man vor Augen haben „uns unsere Stimme muss lauter werden“.

Die Vertreter der Kooperationspartner des Programms hoben hervor, wie wichtig es sei, dass Menschen sich im Alltag begegnen. Durch Begegnungen können Vorurteile und Ängste abgebaut werden können, damit erst gar kein Rassismus entstehe. Außerdem müsse das Gegenüber als Mensch und nicht als Vertreter einer Gruppe wahrgenommen werden, erläuterte Johannes Maaser vom Projekt „Einsicht – Marburg gegen Gewalt“.

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