Zehn Projekte haben in diesem Jahr am Integrationswettbewerb „integration bewegt – move it!“ teilgenommen. Am Ende entschied sich die Jury einstimmig für das Kochprojekt „Hand in Hand“ von Rostam Nazari.
Die Plätze zwei und drei vergab die Jury jeweils gleich doppelt. Schule, Vereine und private Initiativen, Bewegung, soziale Netzwerke und gemeinsames Kochen standen dabei im Wettbewerb.
In ihrer Gesamtheit haben die Teilnehmenden bereits genau die Vielfalt unter Beweis gestellt, die der Preis auszeichnen möchte. Sowohl die Bewerberinnen und Bewerber selbst wie auch die Themen, mit denen sich ihre Projekte auseinandersetzen, decken einmal mehr ein breites Spektrum ab.
„Die Jury war begeistert, wie kreativ und innovativ die Teilnehmenden waren“, sagte Jurymitglied Andrea Fritzsch vom Fachdienst Migration und Flüchtlingshilfe der Universitätsstadt Marburg. In der Pfingstwoche gab es eine Präsentation der verschiedenen Projekte im Rathaus und nach einer einstündigen Beratung folgte gleich im Anschluss die Preisverleihung.
Bürgermeister Wieland Stötzel gratulierte in Vertretung von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies allen Beteiligten und den Siegern des Wettbewerbs bei der Preisverleihung im Historischen Saal des Rathauses. „Seit neun Jahren ist move it ein fester Bestandteil der Integrationsarbeit in Marburg“, sagte Stötzel. Allein die zehn Beiträge dieses Wettbewerbsjahrs mit ihren insgesamt 900 Beteiligten haben rund 5.000 Menschen erreicht.
Das sei „eine beeindruckende Zahl“, lobte Stötzel. „Marburg ist eine weltoffene Stadt. Wir freuen uns auf die Bereicherung durch andere Kulturen.“ Gerade für die Kinder, die in Marburg zur Schule gehen, sei es wichtig, sich mit dem Thema Integration auseinanderzusetzen.
Den ersten Preis und ein Preisgeld von 600 Euro haben Rostam Nazari und Xhemalin Paci für das Projekt „Hand in Hand“ mit nach Hause genommen. Dahinter steht die Idee, dass sich einmal pro Woche Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zum gemeinsamen Kochen treffen. Dabei wird nicht nur das Miteinander gefördert, sondern nebenbei auch gleich noch Deutsch gelernt.
Der 18-jährige Initiator Rostam Nazari kam selbst erst vor zweieinhalb Jahren aus Afghanistan nach Deutschland. Der Umstand, dass sein Projekt von geflüchteten jungen Menschen eigenständig organisiert wird, war für die Jury von „move it!“ ein entscheidender Grund, „Hand in Hand“ den ersten Preis zuzusprechen.
Den zweiten Platz im Wettbewerb teilen sich das Projekt „Adventszauber“ der Flüchtlingshilfe Weimar und des Internationalen Kontaktkreises Asyl, bei dem an einem Stand beim Adventsbasar in Oberweimar für ein respektvolles Miteinander verschiedener Religionen geworben wurde und das Projekt „Frieden, Versöhnung und Integration durch Religionen“ des Ethikkurses 11BG der Kaufmännischen Schulen Marburg. 200 Schülerinnen und Schüler sowie 90 Autorinnen und Autoren aus allen Marburger Religionsgemeinschaften brachten einen Schülerband und ein Buch heraus. Der zweite Platz ist mit jeweils 400 Euro dotiert.
Auch der dritte Platz wurde geteilt. Das „Bunte Turmfest“ des TurmCafés und des Vereins MObiLO, bei dem es ein Bühnenprogramm, Mitmachaktionen und natürlich ebenfalls ein gemeinsames Essen gegeben hatte, bekam ihn.
Ebenso wurde die „Medienwelt Marburg“ vom Verein Kulturhorizonte Marburg ausgezeichnet. Bei der Medienwelt wurde in Workshops zu unterschiedlichen Medien mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gearbeitet.
Jeweils 200 Euro Preisgeld erhielten die beiden Drittplatzierten. Eine besondere Anerkennung gab es außerdem für das Projekt „Social Networks“ der Adolf-Reichwein-Schule mit ihren „InteA-Klassen“, das Sozialkompetenz vermitteln und rund um das Thema Internet aufklären will. Das geschieht unter Berücksichtigung der regen Nutzung von sozialen Medien durch Geflüchtete.
Goharik Gareyan vom Ausländerbeirat gratulierte den Teilnehmenden und Siegern des Wettbewerbs. Ziel sei von Anfang an gewesen, Alltagsfragen des Zusammenlebens zu thematisieren. Kontakte sowohl zwischen gesellschaftlichen Einrichtungen und Migrantenorganisationen wie auch zwischen den Bürgerinnen und Bürgern verschiedener Herkunft sollen gefördert werden.
„Es geht um ein Kennen- und Schätzenlernen“, sagte sie. Aus dem Wettbewerb sei inzwischen eine starke Bewegung entstanden.
Die Jury setzte sich aus Andrea Fritzsch, Goharik Gareyan, Dr. Gerhard Pätzold, Susanne Hofmann, Noah Kaletsch, Mathis Schlessemann, Lasse Wenzel und Elias Hescher sowie der Schirmherrin Nadine Bernshausenzusammen.
* pm: Stadt Marburg