Aufweichung: Parents for Future fordern Beibehaltung der Klimaziele

Einen Offenen Brief an den hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein haben die „Parents for Future Marburg“ am Mittwoch (29. Juli) veröffentlicht. Darin wenden sie sich gegen die Aufweichung der Klimaziele für Hessen.
„mit Entsetzen erfuhren wir über die Presse, dass Ihr Umweltministerium plant, das vor vier Jahren gesetzlich verankerte Ziel zur verbindlichen Klimaneutralität 2045 für das Land Hessen aufzuweichen und den wissenschaftlichen Beirat durch eine Laien-Besetzung zu verändern“, schrieben die „Parents for Future Marburg“. Begründet wurde das mit angeblichem „Bürokratieabbau“ und einer „Anpassung an wirtschaftspolitisch sinnvolle Maßnahmen“. Für die Parents for Future als Bürgerinnen und Bürger des Landes Hessen sei das „in keiner Weise nachvollziehbar, geradezu zynisch, in Anbetracht der uns umgebenden klimabedingten Katastrophen in diesem Sommer mit bereits tausenden Hitzetoten, Waldbränden, ausgetrockneten Gewässern sowie Zerstörungen durch Starkregen-Ereignisse und Überflutungen den dringend notwendigen Pfad einer konsequenten Hinwendung zur zeitnahen Reduzierung von Treibhausgasen zu verlassen und nur noch von einem Soll-Ziel zur Klimaneutralität im Jahre 2045 zu sprechen“.
Bei einem verbleibenden Zeitrahmen von noch 19 Jahren dürfe man erwarten, dass Klimaschutzziele nicht nur auf dem Papier formuliert, sondern bis dahin auch umgesetzt werden! Nur mit einer ambitionierten Herangehensweise an die Herausforderungen von CO2 neutralen Emissionen in Hessen kann dieses Ziel noch erreicht werden. Dafür braucht es Verlässlichkeit in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Engagement auf allen Ebenen, konsequentes Handeln und den politischen Willen, bereits technisch mögliche Wege zur Umrüstung der Produktion von Waren und Gütern anzustoßen, sowie im Gebäude- und Verkehrsbereich und in der Landwirtschaft durch flankierende Maßnahmen die Voraussetzungen für eine Klimaneutralität zu schaffen.
„Dass Sie Tempo auflegen können, zeigen Sie bereits in anderen Bereichen der Politik“, schrieen die „Parents“ an den Ministerpräsidenten. Beim Klimaschutz gehe es aber um mehr als um marktwirtschaftliche Vernunft, Bürokratieabbau und solide Staatsfinanzen: „Es geht um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und um unsere Zukunft als Menschen und den Erhalt der Natur.“
Mit seinem Eid auf die Verfassung habe Rhein sich verpflichtet, zum Wohle des Landes zu handeln und Schaden von der Bevölkerung in Hessen abzuwenden. „Wir bitten Sie deshalb eindringlich, an der bestehenden gesetzlichen Verpflichtung zur Klimaneutralität im Jahre 2045 festzuhalten, Klimaschutz nicht zu vernachlässigen und auf den Rat Ihres wissenschaftlichen Beirats zu hören, welche Maßnahmen zur Zielerreichung notwendig sind, um die auch in Hessen bereits jetzt deutlich spürbaren katastrophalen Folgen der Erderwärmung auf regionaler und Landesebene abzufedern und abzuwenden“, erklärten die Parents for Future Marburg.

* Parents for Future Marburg

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