Die Regierungspräsidien Darmstadt, Gießen und Kassel kontrollieren vom 21. bis 25. September Arbeiten auf Gebäudedächern. Ziel der Aktionswoche ist, absturzunfälle zu reduzieren.
Fast ein Drittel der tödlichen Arbeitsunfälle, die zwischen 2009 und 2022 in Deutschland erfasst wurden, sind auf einen Absturz zurückzuführen. Ein hoher Anteil der Verunfallten fiel von Dächern oder stürzte durch nicht durchtrittsichere Dachbeläge oder Lichtkuppeln in das Gebäudeinnere. „Die Gefahr besteht nicht nur beim Bau der Häuser und der Installation von Photovoltaikanlagen oder anderer Technik, sondern auch bei Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten, Kontrollgängen oder Messungen“, erläuterte der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich am Dienstag (15. September).
„Bei solchen Tätigkeiten fehlen häufig Schutzmaßnahmen, aber auch Informationen“, ergänzte Michèle Wachkamp, die eines der drei Arbeitsschutzdezernate im Regierungspräsidium Gießen leitet. Um auf die Absturzgefahren aufmerksam zu machen, veranstalten die drei hessischen Regierungspräsidien Darmstadt, Gießen und Kassel von Montag (21. September) bis Freitag (25. September) eine Aktionswoche. „Sie soll das Bewusstsein in Unternehmen für die Absturz- und Durchsturzgefahren bei nachfolgenden Arbeiten auf Dächern stärken“, erklärte Wachkamp weiter. „Die Arbeitsschutzbehörde im Regierungspräsidium Gießen möchte in diesem Zeitraum durch gezielte Kontrollen und Beratung einen aktiven Beitrag zur Vermeidung schwerer Arbeitsunfälle leisten.“
Die Aufsichtskräfte des Regierungspräsidiums Gießen werden vom 21. bis 25. September 2026 zahlreiche Betriebe und Institutionen aufsuchen und ihren Fokus auf die Bewertung der Schutzmaßnahmen legen, dank derer die Beschäftigten vor dem Absturz von Dächern bewahrt werden sollen. Das Themenfeld ist grundsätzlich branchenunabhängig relevant, daher sind Kontrollen in allen Unternehmen mit betretbaren Gebäudedächern in den fünf mittelhessischen Landkreisen möglich.
„Wir werden in der Aktionswoche sowohl die Arbeitsschutz-Verantwortlichen in den Unternehmen nach der Beurteilung von Gefährdungen bei Arbeiten auf den Dächern fragen, als auch den Informationsfluss an die Beschäftigten betrachten, die Arbeiten auf dem Dach durchführen müssen“,kündigte Arbeitsschutzexperte Holger Lehnhardt an. „Anschließend werden Absturzsicherungen auf den Dächern in Augenschein genommen und deren Eignung und Funktionsfähigkeit bewertet.“ Auch der sichere Zugang zum Dach wird in die Kontrolle einbezogen.
„Absturzunfälle und das damit verbundene menschliche Leid sind vermeidbar, wenn Arbeiten auf Dächern gut geplant sind und die korrekten Schutzmaßnahmen getroffen werden sowie auch wirksam sind“, hob Dezernatsleiterin Michèle Wachkamp hervor.
Die Aktionswoche wird übrigens nicht nur in Mittelhessen stattfinden. Auch die Aufsichtskräfte der Regierungspräsidien in Darmstadt und Kassel werden von Montag (21. September) bis Freitag (25. September) verstärkt Arbeiten auf Dächern kontrollieren. Im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), die vom Bund, den Ländern und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung getragen wird, widmet man sich auch bundesweit der Absturzthematik auf Dächern.
* pm: Regierungspräsidium Gießen