Eine Ausstellung verknüpft Kunst und Gleichstellungspolitik. Zu sehen ist sie ab Mittwoch (30. September) im Erwin-Piscator-Haus (EPH).
Unter dem Titel „Kunst. Politik. Feminismus.“ist ab Mittwoch (30. September) eine Ausstellung zu sehen, die das Wirken von Louisa Biland und ihren Einfluss auf die Gleichstellungsarbeit der Stadt Marburg zum Thema hat. Die Ausstellung im Erwin-Piscator-Haus (EPH) bildet den feierlichen Abschluss des 40-jährigen Jubiläums der städtischen Gleichstellungskommission.
Eine besondere Verknüpfung von Kunst und Gleichstellungspolitik ist von Ende September bis Ende Oktober im Erwin-Piscator-Haus zu erleben. Die Ausstellung widmet sich dem Leben und Schaffen der Marburger Künstlerin und Politikerin Louisa Biland, die zwischen 1925 und 2008 lebte und die Gründung der städtischen Gleichstellungskommission beeinflusste. So lautet der vollständige Titel der Ausstellung „Kunst. Politik. Feminismus. 100 Jahre Louisa Biland. 40 Jahre Gleichstellungskommission“.
Da die Ausstellung den Abschluss des 40-jährigen Jubiläums der städtischen Gleichstellungsarbeit und -kommission darstellt, bietet ihre Eröffnung ein thematisch passendes Programm. Die feierliche Vernissage findet am Mittwoch (30. September) ab 18 Uhr im EPH statt. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies eröffnet sie mit einem Grußwort.
Geschäftsführerin Dr. Claudia Rust von der Marburger KunstWerkStadt führt in das künstlerische Werk von Louisa Biland ein. So trat Biland 1968 erstmals mit ihren Werken an die Öffentlichkeit. Zugleich hatte sie Ende der 60er-Jahre begonnen, sich zu engagieren. Sie setzte sich verstärkt für frauenpolitische Themen ein.
Die Ernennung einer kommunalen Frauenbeauftragten und die Gründung der städtischen Gleichstellungskommission im Jahr 1986 gehen mit auf ihre Initiative zurück. Sie führte lange den Vorsitz und wurde später mit dem Titel der „Stadtältesten“ geehrt. Im Jahr 2007 erhielt sie für ihren unermüdlichen gesellschaftlichen Einsatz das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Kleine Interviews mit früheren politischen Weggefährtinnen von Louisa Biland schließen sich an Rusts Einführung an. Zu Gast sind Marianne Wölk, Brigitte Görg-Kramß und Ursula Schulze-Stampe. Bürgermeisterin Nadine Bernshausen wird durch die Gespräche über gleichstellungspolitische Meilensteine von damals und aktuelle feministische Herausforderungen führen. Abgerundet wird der Abend durch einen künstlerischen Beitrag des Hessischen Landestheaters Marburg (HLTM) zu Simone de Beauvoirs Werk „Das andere Geschlecht“, das Louisa Biland stets als ihre „Bibel“ bezeichnet hatte.
Die Organisation der Ausstellung hat Barbara Amend gemeinsam mit dem Gleichberechtigungsreferat übernommen. Sie gehört der Gleichstellungskommission seit vielen Jahren als Mitglied an. Die Ausstellung kann bis Donnerstag (29. Oktober) während der Öffnungszeiten im zweiten Obergeschoss des EPH besichtigt werden. Das EPH ist in der Regel montags bis freitags zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
* pm: Stadt Marburg