Kreative Forschungsprojekte rund um Ernährung und Nachhaltigkeit standen im Mittelpunkt der Verleihung des ersten MarBiNa-Nachwuchspreises. Überreicht wurde er im Chemikum Marburg.
Zum ersten Mal wurde der „MarBiNa-Nachwuchspreis“ verliehen. Während des ersten Schülerkongresses des MINT-Clusters „EMIL-IA“ im Marburger Chemikum präsentierten die teilnehmenden Teams ihre Forschungsprojekte rund um das Thema Ernährung. Die Freude über die eigene Forschung und das gemeinsame Präsentieren war dabei spürbar.
Zwischen Stellwänden, Plakaten und Modellen erklärten Schulteams im Marburger Chemikum ihre Projekte und diskutierten ihre Ergebnisse. Sie beantworteten auch die Fragen der Besucherinnen und Besucher, die zum ersten Schülerkongress des MINT-Clusters „EMIL-IA“ gekommen waren. Die Spannung wuchs, als es auf die Verleihung des MarBiNa-Nachwuchspreises zuging.
Zunächst hatte Direktor Dr. Christof Wegscheid-Gerlach vom Chemikum Marburg die Veranstaltung eröffnet. Dann folgten Grußworte: Die studentische Vizepräsidentin Evelyn Damer von der Philipps-Universität Marburg ermutigte die Schülerinnen und Schüler, neugierig zu bleiben. Dr. Martin Vey vom Vorstand der Initiative für Bio- und Nanotechnologie (IBiNa) berichtete von seinen eigenen Erfahrungen mit Forschungsprojekten während seiner Schulzeit.
Nach dem Auftakt im historischen Hörsaal standen schließlich die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt, die ihre Projekte präsentierten, mit denen sie sich für den MarBiNa-Nachwuchspreis beworben hatten. Zehn Teams hatten sich am Wettbewerb beteiligt, den IBiNa, das Schüler*innenforschungszentrum (SFZ) Mittelhessen, VCI Hessen und das MINT-Cluster „EMIL-IA“ gemeinsam umgesetzt haben. Die Kinder und Jugendlichen traten für unterschiedliche Schulen aus Stadt und Landkreis an. Dabei waren Grundschulen, Gesamtschulen, Gymnasien und berufsbildende Schulen.
Da der Wettbewerb „Ernährung“ zum Thema hatte, haben sich die Schüler*innen auf unterschiedliche Weise unter anderem mit Produktion, Verteilung, Logistik, gesunde Ernährung und Superfood auseinandergesetzt. So untersuchten einige Teams beispielsweise, ob Schokolade glücklich macht, wie gesundes Essen in Freizeitparks angeboten werden könnte oder warum Zwiebeln Blähungen verursachen. Andere Gruppen beschäftigten sich mit der Frage, welchen Einfluss einzelne Zutaten auf das Endprodukt beim Backen von Cookies haben, wie sich verschmutztes Wasser mit einfachen Mitteln zu Trinkwasser aufbereiten lässt oder welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Keimung von Nutzpflanzen hat. Ebenso präsentierten Schülerinnen und Schüler ihre Untersuchungen zur Gelierfähigkeit von Gelatine in Kombination mit Ananassaft. Andere Teilnehmende hatten untersucht, inwieweit das Mittagessen der Schulmensa eine ausgewogene Ernährung ermöglicht.
Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies hob die Bedeutung solcher Projekte für junge Menschen hervor. „Man muss Schüler*innen einen Grund geben, sich mit Wissenschaft auseinanderzusetzen und dabei Spaß zu haben“, sagte er. Kinder und Jugendliche seien von Natur aus neugierig und hätten einen großen Forschungsdrang. Deshalb sei es wichtig, selbst Fragen zu stellen und kreative Lösungen zu entwickeln.
Er freue sich darüber, dass sich so viele Teams beteiligt und engagiert hätten. „Es wurde kritisch über Dinge nachgedacht; und dabei sind tolle Ergebnisse entstanden“, erklärte Spies und dankte allen Teilnehmenden herzlich für ihren Einsatz.
Auch Landrat Jens Womelsdorf zeigte sich beeindruckt von den Projekten und der Resonanz auf den Wettbewerb. Ein spielerischer Zugang sei wichtig, um junge Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern. Der Schülerkongress sei dafür ein bedeutender Baustein. „Es ist wichtig, Dinge auszuprobieren, auch einmal zu scheitern und daran wachsen zu können“, betonte der Landrat. Er ermutigte die jungen Teilnehmenden, neugierig zu bleiben und weiterhin mit Freude zu forschen und zu entdecken.
Der MarBiNa-Nachwuchspreis wurde erstmals von IBiNa ausgelobt. Auf Beschluss des Vorstandes und der Mitglieder hatte IBiNa im Oktober 2025 den MarBiNa-Nachwuchspreis für das laufende Schuljahr 2025/26 ausgerufen. Die Abkürzung MarBiNa steht für „Marburger Förderpreis Bio- und Nanotechnologie“ und ist quasi der große Bruder des neuen Marburger Nachwuchspreises. Das Ziel des Wettbewerbs ist, Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen und Schularten in Stadt und Landkreis für die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern.
Die Teilnehmenden wurden in drei Alters- beziehungsweise Wettbewerbsklassen eingeteilt: Das waren „Grundschule“ für die Klassen 1 bis 4, „Mittelstufe“ für die Klassen 5 bis 10 und „Oberstufe“ für die Klassen 11 bis 13 beziehungsweise Berufliche Schulen. In jeder Altersklasse wurden bis zu drei gleichwertige Preise für die besten Bewerbungen vergeben.
Alle siegreichen Teams erhielten einen Award. Diese waren im Maker-Space vom MAFEX (Gründerservice der Philipps-Universität Marburg) mit 3D-Druck für den Wettbewerb erstellt worden. Für die zwei Grundschul-Teams – „Die Zwiebel-Detektive“ der Grundschule Mardorf und die „Legottos“ der Otto-Ubbelohde-Schule Goßfelden – gab es zudem USB-Mikroskope, die von der Firma Kobe Laborbedarf zur Verfügung gestellt wurden.
Die siegreichen Teams der beiden übrigen Altersgruppen erwartet die Besichtigung eines der beiden teilnehmenden Unternehmen Dockweiler Chemicals in Marburg oder Multivac in Dautphetal beziehungsweise des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie. Darauf freuen sich zwei Teams der Adolf-Reichwein-Schule, zwei Teams der Marburger Martin-Luther-Schule, zwei Teams der Steinmühle sowie jeweils ein Team der Europaschule Gladenbach sowie der Lahntalschule Biedenkopf (unterstützt durch das Theodor-Heuss-Gymnasium Homberg/Efze).
Das MINT-Cluster „EMIL-IA“ verfolgt das Ziel, die MINT-Bildung im Landkreis Marburg-Biedenkopf für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren nachhaltig zu stärken. Bestehende Angebote werden dabei gebündelt und weiterentwickelt, um einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zu MINT-Themen zu ermöglichen und frühzeitig Interesse sowie Begeisterung für Naturwissenschaften, Informatik, Mathematik und Technik zu fördern. Der –
vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) geförderte – Cluster wird unter der Leitung der Philipps-Universität Marburg umgesetzt.
Partner sind der Landkreis Marburg-Biedenkopf, das Chemikum Marburg, die Universitätsstadt Marburg sowie das SFZ Mittelhessen. Weitere Informationen zum Cluster gibt es unter www.emil-ia.org sowie zum MarBiNa-Nachwuchspreis unter www.initiative-biotechnologie.de/schuelerkongress.html.
* pm: Stadt Marburg