In ihrer ersten Sitzung am Mittwoch (25. Februar) hat sich die neue Synode des evangelischen Kirchenkreises Marburg konstituiert. Im Gemeindezentrum Niederweimar sind 96 der insgesamt 117 Synodalen zusammengekommen.
Die anwesenden Synodalen wurden verpflichtet und trafen gleich die ersten wichtigen Entscheidungen. Dabei haben sie Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Festgelegt wurde, wer in den kommenden sechs Jahren in welchen Funktionen und Ausschüssen tätig sein wird.
Zur Präses – der Vorsitzenden – der Kreissynode wurde erneut Nadine Bernshausen gewählt. Sie gehört damit automatisch auch dem Kirchenkreisvorstand an, an dessen Spitze Dekan Dr. Burkhard von Dörnberg steht. Bei der Wahl zur stellvertretenden Dekanin konnte sich Pfarrerin Aline Seidel durchsetzen, die mit einer halben Stelle Gemeindepfarrerin in Dreihausen ist und mit einer weiteren halben Stelle für die Kasualagentur „Segenszeit“ zuständig. Das dritte geistliche Mitglied ist Fabian Woizeschke aus Niederweimar.
Als Laien wurden Kurt Barth von der Kirchengemeinde Roth, Tanja Deucker von der Matthäusgemeinde Ockershausen, Heiko Haus von der Universitätskirchengemeinde Marburg, Dr. Klaus Meiß von der Kirchengemeinde Cappel und Martin Sommer von der Kirchengemeinde Niederwalgern in den Kirchenkreisvorstand gewählt. Stellvertreter der Präses ist künftig Pfarrer Ulrich Biskamp von der Lutherischen Pfarrkirche Marburg, die Stellvertreterinnen für die geistlichen Mitglieder sind Pfarrerin Heike Preising von der Kirchengemeinde Wittelsberg/Moischt und Pfarrerin Karin Weigel aus Elnhausen. Die Stellvertreter für die Laienmitglieder sind Helmut Giebeler, Dr. Rainer Dorn, Martin Linnemann und Robert Skott.
Außerdem standen die Wahlen für den Propst- und den Dekanfindungsausschuss sowie den Kreisdiakonieausschuss auf dem Programm, ebenso die Bildung von Finanz-, Bau-, Jugend- und Partnerschaftsausschuss sowie des kirchenmusikalischen Ausschusses. Mit dem Thema Finanzen durften sich die neuen Synodalen dann auch gleich noch inhaltlich beschäftigen: Der Haushalt 2026/2027 wurde beschlossen.
Bei den Beratungen wurde deutlich, dass weitere Einsparungen notwendig sein werden. Im Bereich der offenen Jugendarbeit, in die der Kirchenkreis in Zusammenarbeit mit der Stadt Marburg investiert, ist noch unklar, wie hoch die Risiken angesichts der gekündigten Verträge und der angekündigten Sparvorhaben der Stadt sind. Dennoch fasste Dekan von Dörnberg zusammen: „Wir sind auf einem guten und soliden Weg.“
Außerdem wurde noch Antrag an das Landeskirchenamt gestellt, die Stelle des Bezirkskantors für den Kirchenkreis endlich neu zu besetzen. Seit Beginn diesen Jahres ist der ehemalige Bezirkskantor Nils Kuppe als Stadtkantor in Marburg tätig und gemäß landeskirchlicher Vorgabe nur noch für die Elisabethkirche zuständig. Damit fehlt den vielen anderen Musikerinnen und Musikern, Chorleiterinnen und Chorleitern im Kirchenkreis eine angemessene Begleitung.
Die Pausen zwischen den Wahlgängen der Synode wurden genutzt, indem sich Harald Spreda – der neue Leiter des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf –
und die Freiwilligenmanagerin Elena Imkamp den Synodalen vorstellten. Propst Dr. Volker Mantey sprach ein Grußwort und ermunterte die Synodalen dazu, die Kirche in eine gute Zukunft zu führen, in der die Menschen Hoffnung in der Kirche finden.
Nach Artikel 72 der Grundordnung der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) trägt die Kreissynode eine Mitverantwortung für den Dienst an Wort und Sakrament im Kirchenkreis. Zu den Mitgliedern gehören die Pfarrerinnen und Pfarrer von Amts wegen. Ferner von den selbständigen Kirchengemeinden entsandte und vom Kirchenkreisvorstand berufene Personen. In dieser Synode sind 117 Mitglieder im Kirchenkreis Marburg aktiv.
Der Kirchenkreisvorstand verwaltet das Vermögen des Kirchenkreises und vertritt ihn nach außen. Er legt den Jahresabschluss des Kirchenkreises vor und beschließt über die Haushaltsvorlage, entscheidet in den vom Gesetz vorgesehenen Fällen über die Angelegenheiten der Kirchengemeinden und Kirchenvorstände und führt die Aufsicht über das Haushalts- und Rechnungswesen der Kirchengemeinden.
* pm: Evangelischer Kirchenkreis Marburg