Vier weitere Radverkehrsprojekte bringt der Landkreis auf den Weg. Das beauftragte Planungsvolumen beträgt insgesamt rund 190.000 Euro.
Der Landkreis Marburg-Biedenkopf setzt den Ausbau seines Radwegenetzes konsequent fort. Mit der Vergabe der Planungsleistungen für vier weitere Radverkehrsprojekte werden wichtige Lückenschlüsse vorbereitet und die Anbindung von Wohnorten, Arbeitsplätzen und Freizeitzielen weiter verbessert.
„Wir wollen, dass die Menschen im Landkreis ihre Wege sicher, bequem und möglichst klimafreundlich zurücklegen können“, betonte Landrat Jens Womelsdorf. „Dafür braucht es auch ein gut ausgebautes und zusammenhängendes Radwegenetz. Mit den jetzt beauftragten Planungen kommen wir diesem Ziel wieder ein gutes Stück näher und investieren konsequent in eine moderne Mobilität für alle Generationen.“
Ein Schwerpunkt der Beauftragung ist die Planung eines Radwegs entlang der Kreisstraße 72 zwischen den Marburger Stadtteilen Marbach und Wehrshausen. Im Zuge der Maßnahme sollen zudem die Bushaltestellen „Höhenweg“ und „Elisabethenhof“ barrierefrei ausgebaut werden. Die Planung der Haltestellen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Universitätsstadt Marburg, die die Kosten für Planung und Bau übernimmt. Durch die gemeinsame Planung werden die Anforderungen des Rad- und Fußverkehrs sowie des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) frühzeitig aufeinander abgestimmt.
Eine weitere Maßnahme betrifft die Planung eines Radwegs entlang der Kreisstraße 80 zwischen Wehrshausen und der Landesstraße 3092. Die Verbindung schließt nördlich an den geplanten Radweg zwischen Marbach und Wehrshausen an und bindet an den von Hessen Mobil vorgesehenen Radweg entlang der L 3092 an. Dadurch soll insbesondere die Erreichbarkeit des Pharmastandorts Görzhausen auch für Radfahrende aus den westlichen Marburger Stadtteilen verbessert werden.
Darüber hinaus werden zwei weitere Radverkehrsprojekte in der Gemeinde Lohra vorbereitet. Geplant sind Radwege zwischen Altenvers und Weipoltshausen sowie zwischen Altenvers und Rollshausen. Beide Verbindungen sollen künftig eine sichere Alternative zum Radfahren auf den Kreisstraßen K 49 und K 50 bieten.
Das beauftragte Planungsvolumen für die vier Maßnahmen beträgt insgesamt rund 190.000 Euro. Im weiteren Planungsverlauf können zusätzliche Kosten –
beispielsweise für Vermessungsarbeiten, Baugrunduntersuchungen oder ökologische Gutachten – entstehen. Für die Planungskosten soll gemeinsam mit der Förderung der späteren baulichen Umsetzung eine Förderung über die Richtlinie Nahmobilität des Landes Hessen beantragt werden.
Die vier neu beauftragten Planungen sind Teil der kontinuierlichen Umsetzung des Radverkehrsentwicklungsplans (RVEP) des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Der Kreistag hatte den Plan im März 2018 beschlossen. Er umfasst insgesamt 181 Maßnahmen zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur, von denen rund ein Drittel in der Zuständigkeit des Landkreises liegt. Mit den nun beauftragten Projekten befinden sich insgesamt 43 Maßnahmen in der Bearbeitung oder konnten bereits erfolgreich abgeschlossen werden.
Der Landkreis engagiert sich bereits seit 2015 intensiv für die Förderung des Radverkehrs. Rund ein Drittel der Haushaltsmittel für die Verkehrsinfrastruktur fließt in den Ausbau des Radwegenetzes. Allein im Zeitraum von 2021 bis 2026 investiert der Landkreis dafür rund sechs Millionen Euro.
Der Radverkehrsentwicklungsplan wurde gemeinsam mit den Städten und Gemeinden des Landkreises erarbeitet. Auch Bürgerinnen und Bürger konnten sich mit eigenen Vorschlägen beteiligen, die in den Maßnahmenkatalog eingeflossen sind. Über das Radverkehrsforum wird der Plan kontinuierlich fortgeschrieben und an neue Anforderungen angepasst.
* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf