Weit draußen: „Der vierte König“ beeindruckte nicht nur die Kinder

Die Kleinen sitzen in der ersten Reihe. Dahinter nehmen die Großen Platz. Dann fängt „DER VIERTE KÖNIG“ an.
Mit diesem „Märchen vom Geben und Nehmen“ von Bärbel Maier für Kinder ab 5 Jahre gastierte die „KiTZ Theaterkumpanei Ludwigshafen“ am Freitag (16. März) beim KUSS-Theaterfestival. Der Raum der Probebühne des Hessischen Landestheaters Marburg war nicht nur bis auf den letzten Platz gefüllt; einige Kinder saßen vorne auf Sitzkissen vor den Stuhlreihen und ein paar Erwachsene standen seitlich im Gang. Arabische Musik erklang. Sofort waren die Kinder still.
Dann betrat Hafif die Bühne. Sand lag auf einem Tisch. Mitten in der Wüste stand eine Palme.
Hafif freute sich über die Oase. Dem Publikum erzählte er dann eine Geschichte. Hafif ist nämlich Geschichtenerzähler.
Dann erschien Rafsan auf der Bühne. Rafsan ist Kamelhändler. Allerdings ist Rafsan auch ein Betrüger.
Rafsan verkauft alles, was er gerade so Nutzloses findet. Kinder boten ihm Geld für die Palme oder einen Stein. Als Rafsan die verkauften Gegenstände später dann wieder zurückforderte, wollten die Kinder auch ihr Geld zurück.
Rafsan hat eine Kamelpfeife. Erst verkauft er ein Kamel; und hinterher bläst er auf dieser Pfeife.
Dann kommt das Kamel wieder zu ihm zurück. Danach verkauft er das selbe Kamel oder ein anderes dem selben Kunden noch einmal.
„Du bist ein Betrüger“, riefen die Kinder im Publikum. Auch Hafif sagte Rafsan ehrlich seine Meinung. Dann erzählte er ihm die Geschichte von König Midas.
Alles, was König Midas anfasst, wird zu Gold. Doch darüber kann sich der König nicht freuen, denn auch das Essen, das er sich in den Mund schiebt, wird zu Gold.
Danach erzählte HafifRafsan noch zwei weitere Geschichten. Rafsan hat zwar einen Beutel voller Goldstücke, aber er ist nicht glücklich. „Der vierte König“ hingegen kommt zwar immer zu spät und verschenkt all seine Reichtümer, aber dafür ist er glücklich.
Mit sehr wenigen Requisiten brachten die beiden Darsteller Patrick Twinem und Peer Damminger die Geschichte von freundlichen Märchenerzähler Hafif und dem verschlagenen Kamelhändler Rafsan eindrucksvoll auf die Bühne. Immer wieder meldeten sich Kinder zu Wort oder kommentierten das Geschehen. Souverän und schlagfertig gingen die Schauspieler dann darauf ein.
Als ein Kind kurz nach dem Beginn „langweilig“ stöhnte, widersprach ihm ein anderes sofort: „Nein, das ist spannend“. Gelächter und spontane Zwischenrufe bezeugten, dass die Aufführung den Kindern bis zum Schluss große Freude bereitete. Auch die Großen schlossen sich dem begeisterten Applaus der Kleinen zum Schluss gerne an.
Diese Geschichte über Gier und Großzügigkeit war sehr liebevoll gemacht. Zugleich war sie auch lehrreich. Vor Allem aber war sie witzig und unterhaltsam.

* Franz-Josef Hanke

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