Eine Woche voller Veranstaltungen hat die Kulturelle Aktion Marburg „Strömungen“ am Freitag (20. März) angekündigt. Am Montag (23. März) geht es los mit einer Aufführung des Films „Die Möllner Briefe“ im Rahmen des Demokratie-Kinos im Capitol.
Am Dienstag (24. März) stellt die deutsch-iranische Schriftstellerin Jina Khayyer im TTZ ihren Roman „Im Herzen der Katze“ vor. Ebenfalls im TTZ geht es am Mittwoch weiter, mit einem Vortrag von Werner Rätz zum Thema „Rente statt Rendite“. Auch die Buchvorstellung „Nur noch weg. Zwischen Wendezeit und Zeitenwende“ von Stephan Wolting am Donnerstag (26. März) findet im TTZ statt.
„Im November 1992 zerstörte der rassistische Brandanschlag von Mölln die Leben von Ibrahim Arslan und seiner Familie. Der damals siebenjährige Ibrahim überlebte, verlor aber seine Schwester, seine Cousine und seine Großmutter. Die Stadt Mölln erhielt Hunderte Briefe mit Solidaritätsbekundungen, von denen aber fast drei Jahrzehnte niemand Notiz nahm. Der Film folgt Ibrahim bei der Entdeckung dieser Briefe und bei der Begegnung mit drei ihrer Verfasser*innen. Zugleich zeichnet er ein komplexes Porträt des anhaltenden Traumas, das Ibrahim und seine Geschwister bis heute beeinträchtigt.
Es ist Nacht in Südfrankreich. Jina sitzt an ihrem Schreibtisch, das Telefon in der Hand. Im Sekundentakt aktualisiert sich ihr Instagram-Feed. Sie liest: „Jina Mahsa Amini wurde in Teheran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt.“ Im nächsten Moment begreift sie: Die junge Frau, die so heißt wie sie, ist tot. Im Feed folgen die Bilder: der Protestzug Tausender Menschen auf den Straßen, Mädchen und Frauen, die ihre Haare unverdeckt tragen, darunter auch Jinas Schwester Roya und ihre Nichte Nika. Was als Versuch beginnt, die Gegenwart zu begreifen, wird zur Reise in die Vergangenheit.
Alle wollen sie nur noch weg und jede und jeder aus anderen Gründen: den eigenen Und so tauchen Geschichten auf und verschwinden wieder wie der versunkene Wald der Ostsee an der Wanderdüne, der das ganze Jahr nicht zu sehen ist und nur im April kurz aus dem Meer auftaucht und wieder verschwindet. … Und irgendwann ganz verschwunden sein wird … mit ihm die Menschen dieser Geschichten … Leben, die immer mal wieder kurz auftauchen und dann irgendwann für immer in der Versenkung verschwinden.
* pm: Kulturelle Aktion Marburg „Strömungen“