Stadt statt Schlossberg: Der Firmaneiplatz wird Aufführungsort für „Jedermann“

Sommertheater

Die Organisator*innen des Sommerstücks bei einer Pressekonferenz auf dem Firmaneiplatz. (Foto: Laura Schiller)

Das diesjährige Sommertheaterstück des Hessischen Landestheaters Marburg (HLTM) wird auf dem Firmaneiplatz neben der Elisabethkirche aufgeführt werden. Das gaben die Organisator*innen am Montag (17. Februar) bekannt.

Aufgeführt wird eine Inszenierung des Dramas „Jedermann“ von Hugo von Hoffmansthal. Das Stück ist jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen vertreten. In diesem Jahr soll „ein bisschen Salzburg nach Marburg geholt werden“, sagte Intendantin Carola Unser-Leichtweiß.

Dazu soll das Stadtbild Marburgs in die Theaterkulisse mit eingebunden werden. Auf dem Firmaneiplatz soll eine Tribüne für 300 Zuschauende aufgebaut werden. Gespielt wird ebenerdig und sich dabei vermutlich auf dem ganzen Platz ausgebreitet.

Einige Herausforderungen müssen bei der Umsetzung noch gelöst werden. Doch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies zeigte sich zuversichtlich. Das HLTM kooperiert gemeinsam mit der Stadtverwaltung, dem Stadtmarketing, den Ordnungs- und Verkehrsämtern und der evangelischen Kirchengemeinde der Elisabethkirche, um die Veranstaltung möglichst sicher zu gestalten.

Die Logistik ist dabei noch in Planung. Der Verkehr und das städtische Leben sollen wegen der Aufführungen nicht gestört werden. Dennoch müsse die Lautstärke der Straße neben dem Firmaneiplatz irgendwie reguliert werden.

Die Inszenierung von „Jedermann“ übernimmt Intendantin Unser-Leichtweiß. Dabei sollen sich einige Freiheiten genommen und eigene Akzente gesetzt werden, dass Stück allerdings nicht „nach 2025 gezerrt werden“, erklärte Unser-Leichtweiß. Auf das christliche Ende des Stücks sollen universellere Antworten gefunden werden, die der diversen und liberalen Stadtgesellschaft Marburgs entsprächen.

„Jedermann“ behandle allerdings auch Konzepte wie Nächstenliebe und gute Taten. „Ethische Fragen sind etwas universelles“, sagte Intendatin Eva Lange. Alle Menschen sollen sich von dem Theaterstück eingeladen fühlen.

Fast das gesamte Ensemble wird voraussichtlich an der Inszenierung beteiligt werden. Auch werden Partnerschaften mit der Steinmühle-Schule sowie Schulen in Lollar und Amöneburg eingegangen. Die Schüler*innen sollen Teil der Produktion werden, da das Stück sehr viele Figuren und verschiedene Gesellschaften beinhaltet. Auch soll es vielleicht wieder die Möglichkeit geben, die Stadtgesellschaft als Statist*innen einzubinden.

Die Premiere von „Jedermann“ findet am 12. Juni statt. Die Aufführungen werden immer um 20 Uhr stattfinden, damit die untergehende Sonne den Platz in schönes Licht tauche. Am 11. Juni soll es zudem eine öffentliche Generalprobe auf dem Firmaneiplatz geben. Lange freute sich bereits darauf, das Theater und die Proben so in der Stadt angesiedelt zu haben, dass Vorbeigehende bei Proben und Aufführungen über den Zaun schauen werden.

Am 16. April soll es außerdem eine öffentliche Konzeptionsprobe geben. Bei diesem ersten Zusammentreffen von Ensemble, Regie und Mitwirkenden ist die Öffentlichkeit normalerweise ausgeschlossen. Für „Jedermann“ soll man allerdings Tickets für die Konzeptionsprobe erwerben können, um früh einen Blick hinter die Kulissen werfen zu dürfen.

Von Beginn an wird also die Stadt Marburg in die Inszenierung von „Jedermann“ mit eingebunden. Unser-Leichtweiß freute sich bereits auf „illustre, laue Sommerabende“, an denen Theater mitten in der Stadt stattfindet.

*Laura Schiller

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