Landkreis: Wie Naturschutz auch im Herbst gelingt

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises gibt Hinweise für den Alltag. Sie zeigen, wie Naturschutz auch im Herbst gelingt.
Auch im Herbst können Menschen im Alltag ganz leicht einen Beitrag im Garten, auf dem Balkon oder beim Spaziergang für den Naturschutz leisten. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Marburg-Biedenkopf gibt dafür Tipps und Hinweise.
Bei Spaziergängen durch Wald und Feld sollte man Rücksicht auf Tiere nehmen: Damit Wandertouren für die tierischen Bewohner von Wald und Natur keinen Anlass zur Beunruhigung darstellen, sollten Hunde beim Spaziergang an der Leine geführt und die vorhandenen beziehungsweise ausgewiesenen Wege nicht verlassen werden. Das dient auch der eigenen Sicherheit – denn besonders abseits dieser Wege kann durch Stürme oder Starkregen herunterfallendes Totholz eine erhebliche Gefahr bedeuten.
Wem auf der Wanderung Jungtiere begegnen, die auf den ersten Blick verlassen zu sein scheinen, sollte sie nie anfassen oder gar vorschnell in Obhut nehmen. Denn meist werden diese Tiere auch weiterhin versorgt. In der Regel ist also erst bei sichtbaren größeren Verletzungen Handlungsbedarf gegeben und Kontakt zu einer Auffangstation herzustellen. Gleiches gilt grundsätzlich auch für Igel und Fledermäuse.
Auch der eigene Garten kann als Rückzugsort für Wildtiere dienen, wenn er genügend Möglichkeiten für einen Unterschlupf bietet. Igel nutzen Anhäufungen von Astschnitt und Laub gerne als Schlafstuben, weshalb diese nach November nicht mehr umgesetzt werden sollten. Auch Eichhörnchen freuen sich über dieses Angebot für ihren Nestbau und Kröten sowie Eidechsen finden darin Schutz und Nahrung. Verblühte Stauden schmücken nicht nur mit ihren Samenständen den Garten –
auch Insekten profitieren von stehengelassenen Halmen und Blättern, die der Eiablage und Aufzucht neuer Generationen und somit potentieller Bestäuber dienen. Auf diese Weise wird auch an die Obsternte des kommenden Jahres gedacht, für die die Obstbäume erst bestäubt werden müssen.
Wer auf den Laubsauger verzichtet, kann eine große Zahl an Insekten, Spinnen und weiteren nützlichen Kleinstlebewesen retten. Auch der Ausstoß von Schadstoffen und die entstehende Lärmbelästigung sprechen gegen dieses Gerät. Stattdessen bei Laub lieber zu Harke und Rechen greifen.
Samen, Früchte oder gegebenenfalls Insekten- sowie Fettfutter helfen unter anderem Singvögeln durch den Winter. Futterstationen sollten dabei überdacht und auf einer ebenen – leicht zu reinigenden – Fläche errichtet werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Futterstätte für Ratten, Waschbären und Katzen unzugänglich ist.
Doch nicht nur im Garten, sondern auch auf dem Balkon lassen sich Futterstätten für Vögel und Eichhörnchen einrichten. Für Eichhörnchen können ungewürzte Nüsse, Früchte, Kerne und Samen beispielsweise in regengeschützten Blumenkübeln serviert werden.
Wer sich bunte Farben – ob in Blumenkübeln oder im Gartenbeet – nach Hause holen möchte, kann das mit heimischen Pflanzen schaffen. Blütenpflanzen wie Moschus-Malve, Glockenblume, Fetthenne und Berg-Aster locken dabei auch nach den Sommermonaten noch Insekten an. Auch Gehölze wie die Felsenbirne, der Gemeine Schneeball, das Europäische Pfaffenhütchen oder die Eberesche bringen Farbe in den Garten. Wer sich zusätzlich für Beerensträucher im Garten entscheidet, wird nicht nur Freude an der Ernte der Beeren haben; Vögel und Kleinsäuger haben so auch weitere Nahrungsquellen und Möglichkeiten zum Verstecken.
Obstbäume lassen sich in den Herbstmonaten besonders gut pflanzen. Baumschulen bieten gerade auch im Herbst ihre Obsttage an, an denen Obst probiert und Bäume für den eigenen Garten oder die Obstwiese erworben werden können. Weiterhin ist der Herbst auch die optimale Jahreszeit, um Frühblüher-Zwiebeln in die Erde einzubringen. Beim Setzen von Schachbrettblumen, Krokussen, Schneeglöckchen, Märzenbechern und Traubenhyazinthen besteht bereits jetzt Grund zur Freude auf bunte Farben im kommenden Frühling.
Da innerhalb der Frühlings- und Sommermonate keine umfangreichen Gehölzrückschnitte oder Baumfällungen ohne Weiteres vorgenommen werden dürfen, werden diese Arbeiten gerne auf das Winterhalbjahr gelegt. Doch Strukturen wie Baumhöhlen oder Rindenspalten können Kleinsäugern geeignete Überwinterungsstätten bieten. Vor solchen Arbeiten sind diese daher unbedingt zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass keine Lebewesen zu Schaden kommen.
Wer größere Maßnahmen oder Arbeiten plant oder Fragen zum Natur- und Artenschutz hat, erreicht die Mitarbeitenden der Unteren Naturschutzbehörde per Mail an FBBWN@marburg-biedenkopf.de. Zusätzliche Informationen über den richtigen Rückschnitt von Gehölzen finden sich auf der Homepage des Landkreises unter www.marburg-biedenkopf.de oder über den Direktlink www.marburg-biedenkopf.de/umwelt_und_laendlicher_raum/naturschutz-und-wasserschutz/eingriffsregelung-im-naturschutz.php.

* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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