Schlichter erfolgreich: Busfahrer nehmen Streik nicht wieder auf

Marburgs Stadtbusse fahren auch am Montag (6. februar) und den darauffolgenden Tagen. Vorerst ist der Busfahrerstreik abgeblasen.
In mehreren hessischen Nahverkehrsbetrieben waren am Montag (9. Januar) die Busfahrer in einen unbefristeten Streik getreten. Betroffen davon war auch die Marburger Verkehrsgesellschaft (MVG).
Zwei Wochen lang blieben die Busse im Depot Am Krekel. Glatte Straßen und winterliche Witterungsverhältnisse verstärkten die Wirkung des Ausstands sogar noch. Taxis waren kaum zu bekommen.
Dennoch war wenig Kritik am Busfahrerstreik wahrzunehmen. Erst am Montag (23. Januar) begann die Schlichtung in dem Tarifkonflikt.
Die beiden Schlichter – der ehemalige baden-württembergische SPD-Landtagsabgeordnete Rudolf Hausmann für die Gewerkschaftsseite und der frühere RMV-Geschäftsführer Volker Sparmann für die Arbeitgeberseite – waren erfolgreich. Alles sieht derzeit danach aus, dass Arbeitgeber und Beschäftigte ihrem Kompromissvorschlag zustimmen. Eine solche Abstimmung steht allerdings noch aus, bevor der Schlichterspruch in Kraft treten kann.
Die Gehaltsforderung nach einer schrittweisen Erhöhung des Stundenlohns von 12 auf 13,50 Euro konnten die Busfahrer in vollem Umfang umsetzen. Auch bei den Pausenzeiten und der Altersversorgung ist ihnen der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmen (LHO) entgegengekommen.
Möglich wurden seine Zugeständnisse vermutlich auch dank einer breiten Unterstützung der Streikenden durch die Bevölkerung. Fahrgäste wissen schließlich, welche verantwortungsvolle Tätigkeit die Frauen und Männer am Lenkrad tagtäglich bewältigen. Zu hoffen bleibt indes, dass sich die – nach wie vor durchaus prekäre –
Situation des Fahrpersonals nachhaltig und dauerhaft bessert. Sonst hätte sich der Streik weder für die Busfahrer gelohnt, noch für die solidarisch geduldigen Fahrgäste. * Franz-Josef Hanke

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