Konstruktiv: Fahrgastbeirat erhält neue Geschäftsordnung

Die Geschäftsordnung ihres Fahrgastbeirats haben die Universitätsstadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf überarbeitet.
Mit der Zusammensetzung und der Anpassung an die Wahlperioden werde die Bürgerbeteiligung beim Öffentlichen Personennahverkehr noch einmal ausgeweitet, erklärten Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow bei der Unterzeichnung der Neufassung am Freitag (3. Februar) im Rathaus. „Der gemeinsame Fahrgastbeirat ist ein bewährtes Instrument, um alle Bevölkerungsgruppen an der Weiterentwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs zu beteiligen und konkrete Probleme unkompliziert und zeitnah zu lösen“, erklärte Spies.
Die Änderungen im Vergleich zu der – seit 2007 gültigen – Geschäftsordnung betreffen einerseits die Zusammensetzung des Fahrgastbeirats und andererseits auch eine veränderte Wahlperiode. Sie ist nun an die Wahlen zu den Kommunalparlamenten gekoppelt und nicht mehr an die Laufdauer der Nahverkehrspläne.
„Dass jetzt auch eine vom Behindertenbeirat des Kreises entsandte Person Teil des Fahrgastbeirats sein wird, hilft, das Angebot den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger noch besser anzupassen“, fügte Zachow hinzu. Erstmals sind zudem mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), Pro Bahn & Bus sowie Pro Bahn drei Fahrgastverbände Teil des Beirats. „Mit der neuen Geschäftsordnung können sich noch mehr Menschen für die zentralen Fragen des ÖPNV einbringen“, waren sich Spies und Zachow einig.
Der überarbeiteten Geschäftsordnung haben sowohl die Stadtverordnetenversammlung (StVV) als auch die Verbandsversammlung des Regionalen Nahverkehrsverbands Marburg-Biedenkopf (RNV) bereits zugestimmt. Durch die Unterschrift von Spies und Zachow tritt sie in Kraft.
Thorsten Büchner als Vertreter der Stadt und Michael Marinc als Vertreter des Landkreises im Fahrgastbeirat lobten gemeinsam die „offene und konstruktive“ Zusammenarbeit des Gremiums. Geschäftsführer Christoph Rau von Stadtwerke Marburg Consult bestätigte: „Die Zusammenarbeit im Fahrgastbeirat ist offen, konstruktiv und von hoher Sachkompetenz geprägt.“
Beteiligt am Fahrgastbeirat sind alle, die auf den ÖPNV angewiesen sind oder ihn nutzen möchten. Einen Sitz mit Stimmrecht im Beirat haben Schülerinnen und Schüler, Studierende, Frauen, Menschen mit Behinderung, Seniorinnen und Senioren, Personen, die als Expertinnen und Experten von Stadt und Kreis benannt wurden, Fahrgastverbände, Schulamt, Elternbeirat sowie die Lokale Agenda.
Der Fahrgastbeirat fungiert als Schnittstelle und Bindeglied zwischen den Kunden des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), den Verkehrsbetrieben, den lokalen Nahverkehrsorganisationen sowie Stadt und Kreis als Aufgabenträger für den Nahverkehr. Die Aufgaben der Geschäftsstelle für den Fahrgastbeirat teilen sich die Stadtwerke Marburg Consult und der Regionale Nahverkehrsverband Marburg-Biedenkopf (RNV).
Schwerpunkt der Beratungen des Fahrgastbeirats ist der Fahrplan sowohl im Stadtverkehr Marburg als auch im Lokal-Regionalverkehr im Kreisgebiet sowie im Schienenverkehr des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Ergänzt werden die Beratungen durch zahlreiche Vorträge von externen Berichterstattern.
So geben die Experten Einblick in die Aufstellung eines Nahverkehrsplans oder der RMV informiert über seine Tarifstrukturen. Zum Thema Barrierefreiheit sowohl in den Fahrzeugen als auch an den Verkehrsanlagen in Marburg steuerten der städtische Baudirektor und der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Marburg GmbH Vorträge bei.
„Der Fahrgastbeirat hat in seinen inzwischen 37 Sitzungen immer wieder wertvolle Anregungen zur Verbesserung der Fahrpläne gegeben, die unmittelbar an die lokalen Nahverkehrsorganisationen von Stadt und Kreis weitergegeben wurden“, berichteten Spies und Zachow. Insbesondere bei der Aufstellung von Nahverkehrsplänen sei somit sichergestellt, dass die Belange der Kundschaft des ÖPNV bereits früh im Verfahren angemessen gehört werden. * pm: Stadt Marburg

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