Tastend vorsichtig: Sechs neue Mobilitätstrainer ausgebildet

Sechs neue Fachkräfte der Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation haben ihre Ausbildung abgeschlossen. Ihre Kompetenz und Fachkenntnis werden sehr gefragt sein.
Sechs Studierende haben erfolgreich ihre einjährige Weiterbildung zur „Fachkraft der Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation – Schwerpunkt O&M“ an der Deutschen Blindenstudienanstalt (BliStA) beendet. Erstmalig wurde die Weiterbildung in der einjährigen Form mit Schwerpunktwahl O&M (Orientierung und Mobilität) oder LPF (Lebenspraktische Fähigkeiten) durchgeführt.
Alle Studierenden hatten sich für den Schwerpunkt O&M entschieden. In einem der Folgekurse besteht die Möglichkeit, den zweiten Schwerpunkt in etwa sechs Monaten zu ergänzen.
BliStA-Direktor Claus Duncker gratulierte den Studierenden zu den bestandenen Prüfungen und zur Berufswahl mit feinen Pralinen-Präsenten aus der Stadt Marburg: „Sie haben einen tollen Beruf gewählt, der sich individuell an den Bedürfnissen und Anliegen der einzelnen Menschen orientiert. Ihre Kompetenz und Fachkenntnis werden sehr gefragt sein.“
Bei der „kontaktlosen“ Zeugnisübergabe würdigte Fachschulleiter Dr. Werner Hecker die Leistungen und das Engagement der Studierenden wie des Fachschulteams. Der grundsätzlich hohe fachliche Anspruch der Weiterbildung habe den Studierenden viel abverlangt und durch die Pandemie zusätzlich viel Flexibilität erfordert.
Fortan übernähmen sie als Rehabilitationsfachkräfte in den Schulungen ihrer Klient*innen eine große Verantwortung. Dazu zähle unter Pandemiebedingungen sowohl die Einhaltung der Ausbildungsstandards wie auch der Hygieneanforderungen.
Rehabilitationsfachkräfte schulen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Blindheit und Sehbehinderung in den Bereichen Orientierung und Mobilität (O&M) und/oder in Lebenspraktischen Fähigkeiten (LPF). Im Mittelpunkt steht das Ziel einer autonomen und selbstbestimmten Lebensführung.
Die Unterstützung von Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung im Rahmen von Einzelschulungen biete den Fachkräften eine sinnstiftende und sehr befriedigende Tätigkeit, da der Zuwachs an Kompetenz und Autonomie der Klientinnen und Klienten in der Regel eindeutig auf das eigene Handeln zurückgeführt werden könne, führte Hecker weiter aus.
Derzeit werden Fachkräfte der Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation bundesweit händeringend gesucht. Dementsprechend hatten alle Absolvent*innen schon vor Abschluss der Weiterbildung ihre neuen Arbeitsverträge „in der Tasche“. Sie werden nun ihre Tätigkeit in ihrem neuen Beruf an entsprechenden Einrichtungen in Berlin, Hannover, Stuttgart, Bremen, Essen und Marburg aufnehmen.
Die BliStA-Fachschule ist die bundesweit einzige staatlich anerkannte Fachschule für Fachkräfte der Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation. Der nächste Weiterbildungskurs (in Vollzeit) startet am Montag (15. März) und ist bereits ausgebucht. Für Herbst 2022 ist ein weiterer Kurs geplant.
Die Weiterbildung wird durch Stiftungsgelder unterstützt. Der Eigenanteil an den Teilnahmegebühren kann so auf 350 ? pro Ausbildungsmonat gesenkt werden. Ausführliche Informationen über das Berufsbild und die Weiterbildungsmöglichkeiten zur Reha-Fachkraft gibt Frank Stollenwerk unter der Telefonnummer 06421/606-173 sowieper E-Mail an reha-fachschule@BliStA.de

* pm: Deutsche Blindenstudienanstalt

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