Zwei Zugänge: Musik- und Erzählabend zur Situation auf Lesbos

Ein „Musik- und Erzählabend“ über Flucht und Hoffnungslosigkeit findet am Freitag (3. April) um 19.30 Uhr in der Evangelischen Kirche Cappel statt. Angesichts der aktuellen Situation an der griechisch-türkischen Grenze und auf den griechischen Inseln hat dieser Abend eine besondere Brisanz.
„Musizieren findet – wie alle Kunst – mitten im politischen Kontext statt und kann Position beziehen“, sagte die Chorleiterin Mareike Hilbrig. In diesem Sinne hat sie sich mit Friederike Monninger zusammengefunden, die sich als Medizinstudentin seit einigen Jahren in verschiedenen humanitären Hilfsprojekten in Griechenland engagiert. Zuletzt war sie im medizinischen Team „Med’Equali – Caring for people on the move“ auf der Insel Samos.
Für Freitag (3. April) laden beide in die evangelische Kirche Am Kirchberg in Cappel ein. Monninger berichtet über die Situation auf den griechischen Ägäis-Inseln und erzählt von den Auswirkungen europäischer Flüchtlingspolitik, der Arbeit und den Begegnungen vor Ort. Unter Hilbrigs Leitung singt ein Projektchor mit Sängerinnen und Sänern aus verschiedenen Marburger Chören den Zyklus „Wohin ich immer reise, ich fahr nach Nirgendland“, in dem die Komponistin Erna Woll Gedichte von Mascha Kaléko über Flucht und Heimatverlust vertont hat.
„Wer könnte besser in Worte fassen, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein, als eine zeitlebens nach Heimat suchende Dichterin wie Mascha Kaléko, deren Erfahrungen in vielem denen der Menschen auf den griechischen Inseln ähneln?“, meint Hilbrig über die einstige Marburgerin. „Gibt es Hoffnung?“ Emily Dickinsons Gedicht „Hope is the thing with feathers wird in einer Vertonung von Kenney Potter zu hörensein.
Der Benefizabend möchte die Anwesenden mitnehmen, aufrütteln, und nach Funken der Hoffnung suchen. Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Arbeit der NGO „Med’Equali“ auf Samos wird gebeten.

* pm: Evangelische Kirche Marburg-Cappel

Kommentare sind abgeschaltet.