Ausgewählt: Neuer Humboldt-Stipendiat forscht in Marburg

Die Humboldt-Stiftung fördert einen zweijährigen Forschungsaufenthalt von Dr. Carlos Maciel in Marburg. Der Forschungsgast aus Spanien untersucht neuartige Quasiteilchen.
Seit Oktober 2025 ist der spanische Physiker Dr. Carlos Maciel als Humboldt-Stipendiat an der Philipps-Universität Marburg zu Gast. Bis zum September 2027 forscht er als Postdoktorand in der Arbeitsgruppe „Ultrafast Quantum Dynamics“ von Prof. Dr. Ermin Malic. Carlos Maciel Escudero beschäftigt sich mit der mikroskopischen Modellierung der Kopplung zwischen Exzitonen, Photonen und Phononen in atomar dünnen Übergangsmetall-Dichalkogeniden.
Diese starke Drei-Teilchen-Wechselwirkung kann zur Entstehung von sogenannten „Phonoritonen“ führen. Dabei handelt es sich um hybride Quasiteilchen, die die Materialeigenschaften maßgeblich beeinflussen und neue technologische Anwendungen eröffnen können. „Mit seiner Erfahrung in Nahfeldspektroskopie und stark gekoppelten Systemen möchte Carlos die ultrafast dynamischen Prozesse dieser neuartigen Quasiteilchen theoretisch erschließen und so eine Brücke zwischen experimenteller und theoretischer Forschung schlagen“, erläuterte Gastgeber Malic die Forschungsambition.
„Die Forschung von Dr. Maciel passt hervorragend zu unserem Marburg Center for Quantum Materials and Sustainable Technologies, Mar.Quest, mit dem wir die Quantendynamik in Materialien als einen zentralen Forschungsschwerpunkt der Universität weiter stärken.“ erklärte Uni-Vizepräsident Prof. Gert Bange. Der Aufenthalt von Maciel wird durch das renommierte Stipendienprogramm der Alexander-von-Humboldt-Stiftung ermöglicht, das internationale Spitzenforscherinnen und -forscher mit Gastgeberinstitutionen in Deutschland vernetzt. Die Förderung bietet ihnen Freiraum für eigene Forschungsideen und schafft nachhaltige wissenschaftliche Partnerschaften. Mit seinem Projekt zu Phonoritonen in atomar dünnen Materialien stärkt Maciel nicht nur das Forschungsprofil der Philipps-Universität Marburg, sondern trägt zugleich zu einem wachsenden internationalen Netzwerk im Bereich der Quantenmaterialien und Polaritonenforschung bei.
„Ich freue mich sehr darauf, meine Forschung zu Licht-Materie-Wechselwirkungen in einem so inspirierenden Umfeld zu vertiefen“, sagte Maciel. „Die Arbeitsgruppe Ultrafast Quantum Dynamics bietet eine außergewöhnliche Kombination aus theoretischer Expertise und experimenteller Zusammenarbeit, die meine Arbeit erheblich bereichern wird. Außerdem freue ich mich darauf, die herzliche Atmosphäre der schönen Stadt Marburg, der Universität und ihrer Menschen zu erleben.“

* pm: Philipps-Universität Marburg

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