Weniger Weihnachtsstress: Gedanken zu Geschenken am 4. Advent

Die Adventszeit neigt sich dem Ende entgegen. Am 4. Advent besteht die letzte Gelegenheit, vor dem allerletzten „Run auf die Geschenke“ noch einmal kurz innezuhalten.
Wer trotz intensiver Suche bis Sonntag (22. Dezember) noch kein Geschenk gefunden hat, dem seien anbei ein paar „ketzerische“ Gedanken ans Herz gelegt: Liegt einem die zu beschenkende Person wirklich am Herzen, wenn man nicht einmal weiß, worüber sie sich freuen würde? Wären nicht Zeit und Zuwendung ein viel wichtigeres Geschenk als irgendwelcher Verlegenheitstand in Geschenkpapier?
Wen überhaupt beschenkt jemand, der wahllos Bücher oder Nippes einpackt? Ist wirklich Freude am Schenken der Grund für die rastlose Hetze durch die überfüllten Geschäfte der überlaufenen Oberstadt oder ist es nicht viel mehr die Furcht vor Gesichtsverlust und die Bemühung, überkommene Traditionen einzuhalten? Sind manche Geschenke nicht eher Beruhigungspillen für das eigene schlechte Gewissen als materialisierte Zuneigung?
Vielleicht sollten wir uns allen einmal ein Geschenk machen, indem wir auf unnötigen Tand und massenweise Verpackungsmüll zugunsten einer sauberen Umwelt verzichten? Vielleicht sollten wir zu Silvester statt Böllern zu Lasten des Klimas das Geld an Bedürftige spenden. Vielleicht sollte das „Fest der Liebe“ anlass sein, weniger herumzupoltern und Mitmenschen nicht rücksichtslos an den Rand zu drängen.
Wer Zukunft schenken will, greift nicht zu umweltschädlichen oder rasch vergänglichen Waren. Manchmal ist weniger mehr. Das gilt auch für Geschenke.

* Franz-Josef Hanke

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