Höchste Zeit: Wie die EU ihre eigene Unfähigkeit dokumentiert

In der Nacht zum Sonntag (29. März) beginnt wieder die Sommerzeit. Sie ist der augenfälligste Beleg der Unfähigkeit europäischer Politik.
Bei einer europaweiten Umfrage im August 2018 haben sich mehr als 80 Prozent der Teilnehmenden für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen. Dennoch können sich die Mitgliedesländer der Europäischen Union (EU) nicht darauf einigen, wie sie dem erklärten Volkswillen Rechnung tragen. So bleibt also auch mehr als sieben Jahre nach der Volksbefragung alles beim Alten; und die Uhren ticken nach wie vor im Sommer anders als im Winter.
In der Sonntagnacht um 2 Uhr werden die Uhren auf 3 Uhr vorgestellt. Das bedeutet eineStunde weniger Schlaf, dafür bleibt es abends länger hell.
Am Sonntag (25. Oktober) werden die Uhren dann wieder um eine Stunde zurückgestellt. Dieses unwürdige Spiel wiederholt sich Jahr für Jahr. Seine Lösung wird von der EU Jahr für Jahr zurückgestellt.
Angesichts dieses Versagens bei der Umsetzung des erklärten Volkswillens darf sich keine Partei und kein Politiker über die grassierende EU-Verdrossenheit wundern. Bei der Schaffung immer überbordenderer Bürokratie sind die Brüsseler Eurokraten groß; beim Engagement für mehr Demokratie hingegen werden sie immer kleinmütiger. Jüngst haben Mitglieder der EVP-Fraktion im EU-Parlament sogar mit rechten Parteien kollaboriert, um ein menschenverachtendes Abschieberegime durchzusetzen.
Am 26. März 1995 fielen die Schlagbäume zwischen Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Belgien, den Niederlanden, Portugal und Spanien. Damit war Europa endlich auch für seine Bürgerinnen und Bürger als einheitlicher Raum erlebbar geworden. Leider tun Politikerinnen und Politiker inzwischen sehr viel, diese Freiheit wieder einzuschränken und ihre eigene Beschränktheit durch kontrollierte Außengrenzen auch für die Menschen deutlich sichtbar zu machen. Es wird Zeit für ein Europa der Menschen anstelle der derzeitigen Eurokratie!

* Franz-Josef Hanke

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