Kindgerecht kurzweilig: „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen im EPH

Kälte mach sich breit. Passend zur Jahreszeit feierte am Sonntag (10. November) „Die Schneekönigin“ Premiere im EPH.
„DIE SCHNEEKÖNIGIN“ ist das wohl bekannteste Kunstmärchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Bereits 1846 erschien es erstmals in deutscher Übersetzung. Die Inszenierung von Eva Lange brachte es jedoch frisch, fröhlich, frech und zeitgemäß auf die Bühne des Erwin-Piscator-Hauses (EPH).
Gerda und Kay sind beste Freunde. Doch dann trifft ein verzauberter Splitter Kay ins Auge. Von da an nörgelt er nur an allem herum und verschwindet schließlich ohne Abschiedsgruß.
Gerda sucht ihn überall. Auf ihrem Weg erlebt sie zahlreiche Abenteuer. Menschen und Tiere helfen ihr bei der Suche nach ihrem Freund.
Kay ist im eisigen Schloss der Schneekönigin. Sie hält den Jungen gefangen. Doch Kay mit seinem gefrorenen Herz vermisst Gerda nicht.
Doch Gerda lässt sich durch nichts abhalten. Schließlich findet sie ihren Freund. Ihre Freundschaft und Liebe rettet Kay vor dem Erfrieren.
Andersens Kunstmärchen erzählt eine phantastische Geschichte. Es ist voll von Bildern für Egoismus und menschliche Kälte. Doch Wärme und Freundschaft siegen am Ende.
Die Intendantin Eva Lange hat das Märchen sehr peppig inszeniert. Passende Musik untermalt die Stimmungen der einzelnen Szenen. Witze und Späße bringen das Publikum immer wieder zum Lachen.
Jorien Gradenwitz als Gerda und Lena Schlagintweit als Schneekönigin spielten ihre Parts sehr gut. Gleich mehrere Rollen verkörperten Daniel Sempf als Teufel, Blume, Prinz, Rentier mit russischem akzent, Fluss, Sonnenschein, Schwalben sowie Christian Simon als Kay , Blume, Krähe, Waldtauben, Schwalben. Am wandlungsfähigsten zeigte sich jedoch die großartige Saskia Boden-Dilling als Großmutter, Blumenfrau, Prinzessin, Räubermädchen, Lappin und Finnin.
Eine Stunde lang genossen kleine und große Theaterbesucher die Aufführung. Wirklich lang wurde es dabei nie. Die Inszenierung war kindgerecht und zugleich phantasievoll.
Trotzdem nahm sie nichts weg von der Tiefe des berühmten Kunstmärchens. Am Ende ernteten die Darstellenden zu Recht begeisterte Pfiffe und langanhaltenden Applaus. Wieder einmal ist dem Hessischen Landestheater Marburg (HLTm) damit eine wunderbare Inszenierung geglückt.

* Franz-Josef Hanke

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