Höllisch heiß: So ´nen Sommer soll ´mer meiden

Heiße Sommer hat es früher auch gegeben, aber selten so trockene wie 2018. Seit Anfang Juni gab es kaum Regen in Marburg.
Auf das heftige Gewitter mit Starkregen am Dienstag (29. Mai) folgten noch zwei oder drei weitere. Aber seit Anfang Juni hat es höchstens an drei Tagen für nie mehr als 20 Minuten geregnet. Knochentrocken sind nicht nur die Bäume in Grünanlagen und Parks, sondern auch im Wald.
Deswegen hat die Stadt Marburg am Donnerstag (2. August) ein Grillverbot in Grünanlagen und Wäldern verfügt. Geriete ein Feuer außer Kontrolle, könnte niemand es leischt löschen. Daher ist Vorsicht geboten.
Auch der Aufenthalt im Freien kann problematisch werden. Insbesondere ältere Menschen geraten bei derartigen Temperaturen in Gefahr, auszutrocknen. Viel Flüssigkeit aufzunehmen ist daher lebenswichtig.
Angesichts dieser außergewöhnlichen Trockenheit ist eine heiße Debatte über den Klimawandel entbrannt. Hitze und Dürre gab es früher zwar auch schon einmal, aber selten so langanhaltend und extrem.
Zogen Gewitterfronten mit Regen früher in durchaus merkbarem Tempo über das Land, so stehen sie nun häufig stundenlang an einer Stelle. Windstille führt dann zu Unwettern wie dem am Dienstag (29. Mai) in Marburg. Tagelang waren die Geschädigten hinterher mit Aufräumarbeiten beschäftigt.
Seit Jahren hätten die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen können. Versprochen wurde auf mehreren internationalen Tagungen – beispielsweise dem „Klimagipfel“ in Paris –
vieles, gehalten hingegen wenig. Gerade erst gestern wurde berichtet, Finanzminister Olaf Scholz sei vor Betriebsräten der Bergbauindustrie eingeknickt und werde den Kohleausstieg nicht verstärkt forcieren.
Autoindustrie und Energiekonzerne verhindern eine gesunde Politik. Politiker, die sich von ihnen beeinflussen lassen und rigide Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft und zum Klimaschutz verhindern, nachen sich damit mitverantwortlich für die Folgen von Waldbränden über Unwetter und Flutkatastrophen bis hin zu Atemwegserkrankungen, Hitzetoten und massenhafter Migration. Es ist bereits 5 nach 12; aber die Verantwortlichen handeln leider weiterhin verantwortungslos.

* Franz-Josef Hanke

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