Eine Kuben-Ausstellung verbindet die Geschichte analoger und digitaler Spiele mit Perspektiven aus Soziologie, Geschichte, Medienwissenschaft und Klassischer Philologie. Die Ausstellung „Games-Geschichte(n)“ präsentiert Wissensräume des Spiels in der Universitätsbibliothek.
Die Ausstellung „Games-Geschichte(n)“ erzählt von den Welten analoger und digitaler Spiele. Gezeigt werden Objekte, die die technischen Entwicklungen und medialen Veränderungen mit den gesellschaftlichen Vorstellungen, kulturellen Traditionen und den vielfältigen Beziehungen zwischen Spielen und anderen Medien verbinden. Die Ausstellungseröffnung findet mit einer Veranstaltung am Mittwoch (7. Oktober) um 18 Uhr mit der Möglichkeit statt, verschiedene Spiele kennenzulernen.
Die Ausstellung folgt nicht nur den großen, vertrauten Erzählungen der Games-Geschichtsschreibung von technischem Fortschritt und wirtschaftlichem Erfolg, von Konsolen, Spielen und Spielfiguren. Vielmehr eröffnen die ausgestellten Objekte im Dialog mit den Fachdisziplinen Soziologie, Geschichte, Medienwissenschaft und Klassische Philologie erweiterte Wissensräume zwischen Spielen, Medien, Gesellschaft und Kultur. In Anlehnung an die Aufteilung der Vitrinen auf die verschiedenen Stockwerke stellt die Ausstellung Querverbindungen zwischen Games-Geschichten und den jeweiligen Fachbereichen her. Zudem wird ein Touchscreen-Tisch im Erdgeschoss mit Videos bespielt.
Die Themen sind Soziologie: Gesellschaftliche Geschichten und „Gender“ in Games. Im ersten Ausstellungssegment widmen sich Gender-Themen und ihren historischen Entwicklungen in analogen und digitalen Spielen. Spiele spiegeln gesellschaftliche Verhältnisse wider, prägen sie aber auch mit –
von traditionellen Geschlechterstereotypen über feministische Gegenbilder bis hin zu Fragen von Diversität und Intersektionalität.
Technische Geschichten – „Battle of the Handhelds“ nehmen die technologische Entwicklung des mobilen Spielens in den Blick. Anhand der „Battle of the Handhelds“ zwischen Nintendo, Sega und Atari Ende der 80er-Jahre wird gezeigt, dass der technische Wettstreit die Welt der Computerspiele schon früh geprägt hat. „Ausgestellte Geschichten“ ) beschäftigen sich mit der Geschichte von Computerspielausstellungen und der Frage, wie Games im Museum ausgestellt werden können. Zugleich geht es um virtuelle Museen in Computerspielen und um Wechselwirkungen zwischen digitalen und materiellen Medien. Die Präsentation entstand im Kontext des – von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten – Forschungsprojekts „Computerspiele(n) im Museum“.
„Antike Geschichten“ zeigen, welche historischen Bilder Griechenlands und Roms analoge und digitale Spiele erzeugen. Dabei stehen Subjekte und Strukturen, Militär und Mythologie, Kunst und Kultur der Antike im Mittelpunkt. Erzählt wird so nicht nur die Geschichte des Spiels, sondern Geschichte im Spiel.
„Meta-Geschichten“ reflektieren historische Dimensionen des Computerspiels. Sie erzählen Games-Geschichten in ihren Welten – und sie tun dies auf vielfältige Art und Weise. Sie zeigen sie als Spiel mit der Genre-Geschichte, als Arcade-Spiel im Spiel, als Museum im Spiel oder als Rückschau auf die eigene Plattform- und Herstellergeschichte.
Die Ausstellung „Games-Geschichte(n) – Wissensräume des Spiels“ ist von Mittwoch (7. Oktober) bis Samstag ( 12. Dezember) täglich von 8 bis 24 Uhr in der Universitätsbibliothek der Philipps-Universität in Marburg an der Deutschhausstraße zu sehen. Die Ausstellungseröffnung mit Veranstaltung findet am Mittwoch (7. Oktober) um 18 Uhr statt. Bei der interaktiven Vernissage besteht die Möglichkeit verschiedene Spiele kennenzulernen.
* pm: Philipps-Universität Marburg