Bahnmalen und Alkohol: Evelyn Palla will nur noch nüchterne Bahnhöfe

Ein flächendeckendes Alkoholverbot in Bahnhöfen möchte die Deutsche Bahn AG (DBAG) einführen. Das hat die DBAG-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla am Dienstag (21. Juli) angekündigt.
30 Bahnhöfe in Deutschland sind bereits alkoholfrei. Die Erfahrungen – unter Anderem am Kölner und Münchener Hauptbahnhof – haben die Bahn-Chefin ermutigt, ein Konsumverbot an allen Bahnhöfen einzuführen. Beginnen will Evelyn Palla damit am 1. September 2026 an einigen Stationen beispielsweise in Berlin. Bis zum 15. Oktober sollen alle Bahnhöfe der DBAG alkoholfrei werden.
Dem Marburger Hauptbahnhof täte das sicherlich gut. Allerdings müsste dann auch der Bahnhofsvorplatz alkohol- und drogenfrei bleiben. Noch besser bliebe die gesamte Bahnhofstraße ebenso wie die Neue Kasseler Straße und die Zimmermannstraße nüchtern.
Probleme sehen einige allerdings bei der Durchsetzung dieses Verbots. Dafür gebe es zuwenig Personal, lautet die Kritik. Zudem müsse dann auch in den Zügen ein Konsumverbot für Alkohol gelten.
Noch sinnvoller wäre wahrscheinlich ein bundesweites Konsumverbot für Alkohol auf öffentlichen Plätzen und Straßen. Zudem wäre eine deutlich höhere Besteuerung von alkoholischen Getränken eine geeignete Maßnahme zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge. Wünschenswert wäre auch, dass Gaststätten die Ausgabe alkoholischer Getränke an Jugendliche unterlassen und auch Erwachsenen nur ein verträgliches Quantum einschänken, das ihre Sinne nicht vollständig vernebelt. Ein völliges Verbot hingegen wäre sicherlich kontraproduktiv, wie das abschreckende Beispiel der Prohibition in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) deutlich macht.

* Franz-Josef Hanke

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