Schwarzmalen und Grenzgang: Linke kritisiert Brauchtum als rassistisch

Kritik an der Figur eines sogenannten „Mohren“ beim Grenzgang in Biedenkopf hat Die Linke am Dienstag (21. Juli) geäußert. An einer Demonstration gegen Rassismus hatte auch sie sich am Samstag (18. Juli) beteiligt.
Die Linke Marburg-Biedenkopf positioniert sich klar gegen die anhaltende Praxis des „Blackfacings“ beim Biedenkopfer Grenzgang. Damit schließt sie sich den zahlreichen Stimmen an, die seit Jahren auf den rassistischen Charakter dieser Tradition hinweisen. Zu ihnen gehören der Ausländerbeirat der Stadt Marburg, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland sowie zuletzt die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Hessen und die hessischen Jusos.
Die Linke weiß, dass der Grenzgang für viele Menschen in Biedenkopf ein Fest von großer emotionaler Bedeutung ist, das Identität und Gemeinschaft stiftet. „Gerade deshalb halten wir es für wichtig, die berechtigte Kritik ernst zu nehmen, statt sie zu übergehen“, erklärte der Linken-Kreisvorsitzende Alexander Kuhne. „Eine Stadtgesellschaft muss sich auch bei liebgewonnenen Traditionen fragen dürfen, ob eine Praxis heute noch zeitgemäß ist – unabhängig davon, wie sie gemeint ist. Gute Absichten schützen nicht vor rassistischen Auswirkungen.“
Die Linke Marburg-Biedenkopf begrüßt daher, dass sich am Samstag (18. Juli) rund 70 Menschen an der Demonstration gegen rassistische Praxen beim Grenzgang beteiligt haben. Sie unterstützt die zentralen Forderungen: eine öffentliche Abkehr vom Blackfacing, eine kritische statt verharmlosende Berichterstattung und klare Konsequenzen bei diskriminierenden Vorfällen. Die Linke hofft, dass der Grenzgangsverein und andere Akteure – wie etwa die Landtagsabgeordnete Marie-Sophie Künkel (CDU), die sich für die Beibehaltung der Praxis ausgesprochen hat – den Dialog mit den Kritiker*innen suchen, statt vorschnell auf Bewährtem zu beharren.
Die Linke Marburg-Biedenkopf wirbt für einen offenen, respektvollen Austausch des Grenzgangsvereins mit den Kritikerinnen und Kritikern. Sie setzt sich zudem für konkrete Schritte zur Weiterentwicklung der Figur –
etwa durch eine Umbenennung ein und den Verzicht auf Blackfacing. So könne eine Tradition, die vielen Menschen am Herzen liegt, zukunftsfähig gemacht werden, ohne dass sie auf Kosten anderer geht.

* pm: Die Linke Marburg-Biedenkopf

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