Miteinander mehr: Stadt und Bahn kooperieren am Hauptbahnhof

Eine Ordnungspartnerschaft sind die Stadt und die Deutsche Bahn AG (DBAG) eingegangen. Ab April kooperieren sie, um gemeinsam für mehr Sicherheit am Hauptbahnhof und auf dem umliegenden Gelände zu sorgen.

Dazu haben sie sich gegenseitiges Hausrecht übertragen. Bezüglich der Einsatzzeiten des Sicherheitspersonals stimmen sie sich enger miteinander ab.
Als Mobilitätsknotenpunkt aber auch als Einkaufs- und Aufenthaltsort wird der Hauptbahnhof täglich von rund 12.300 Menschen genutzt. Die Situation an diesem Ort ist damit auch von Bedeutung für das Sicherheitsempfinden in der ganzen Stadt.
Auf Initiative des Ordnungsamts finden deshalb seit Anfang 2017 regelmäßig Absprachen zwischen Stadt, Bahn, Bundespolizei und Polizei Marburg statt. „Der Marburger Hauptbahnhof ist ein äußerst schöner Bahnhof. Er sollte auch ein Ort sein, an dem sich alle wohlfühlen können“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Wir wollen daher gemeinsam das Sicherheitsgefühl der Nutzerinnen und Nutzer des Geländes im und am Hauptbahnhof verbessern.“
Das Sicherheitsgefühl habe dabei oft nichts mit realen Gefahren zu tun, sondern mit dem Gefühl, ob man sich an einem Ort sicher bewegen könne. Spies, Bürgermeister Wieland Stötzel sowie Bahnhofsmanager Carsten Hoepfner und DB Security Manager Florian Gieseler haben nun eine Ordnungspartnerschaft unterzeichnet, um gemeinsam für ein besseres Sicherheitsgefühl zu sorgen. Der Vertrag fasst die Leitlinien der Zusammenarbeit für ein größeres Sicherheitsempfinden am Hauptbahnhof zusammen.
„Konkret geht es vor allem um Vandalismus und Belästigungen“, sagte Stötzel. Der Hauptbahnhof sei in den vergangenen Jahren baulich in herausragender Weise entwickelt worden und habe eine Aufwertung durch bessere Bahnanbindungen erfahren. Daher solle der Ort sich auch in der Wahrnehmung der Bevölkerung noch positiver entwickeln.
Rechtlich gesehen sind die Bundespolizei und DB Security im Bahnhofsgebäude für die Sicherheit zuständig. Ordnungsamt und Landespolizei hingegen sind außerhalb des Bahnhofsgeländes zuständig. „Diese Rechtslage führt in vielen Kommunen regelmäßig zu Problemen“, führte Stötzel aus.
Mit dem nun unterzeichneten Vertrag übertragen sich die Stadt und die Deutsche Bahn offiziell gegenseitig das Hausrecht. Das bedeutet beispielsweise, dass die Bundespolizei nun auch am Bahnhofsvorplatz tätig werden darf. Umgekehrt kann das Ordnungsamt auch im Bahnhofsgebäude für mehr Sicherheit sorgen.
Uniformierte werden nicht dauerhaft während der Öffnungszeiten zwischen 4 Uhr morgens und 0.45 Uhr in der Nacht vor Ort sein. Allerdings werden „Uniformierte mehr Präsenz zeigen“, so Hoepfner.
Weitere Eckpunkte der Ordnungspartnerschaft sind das gemeinsame Nutzen von Daten und der Austausch zu Präventionszwecken. Auch Einsatzpläne und Präsenzzeiten am Bahnhof werden miteinander abgestimmt und gemeinsame Aktionen koordiniert. Alle zwei Monate wird es detaillierte Absprachen bei Treffen geben.
„Wenn uniformierte Sicherheitskräfte mehr Präsenz zeigen und dadurch niedrigschwellig ansprechbar sind, steigt für die Bürgerinnen und Bürger das Gefühl der Sicherheit“, erklärte Stötzel. Spies und Hoepfner versprechen sich von der Partnerschaft vor allem unbürokratische Lösungen durch den fortlaufenden Austausch über die tägliche Einsatzpraxis ihrer Sicherheitskräfte vor Ort.
Am Hauptbahnhof passiere eigentlich wenig, führte der Leiter der Polizeistation Marburg Gerhard Keller aus. Hauptsächlich gehe es bei Einsätzen um Konflikte innerhalb einer Gruppe.
„Es gibt eine Spannweite zwischen dem Sicherheitsgefühl und unseren statistischen Daten“, führte er aus. Das Sicherheitsgefühl der Besucherinnen und Besucher aber auch die Sicherheit selbst sollen daher durch den effektiveren und optimierten Einsatz der Uniformierten deutlich erhöht werden, ließ Spies verlauten.
Die Ordnungspartnerschaft umfasst räumlich den Bahnhofsvorplatz und dessen Umfeld. Außerdem gehören das Parkdeck am Hauptbahnhof sowie das Bahnhofsgebäude einschließlich Bahnsteigunterführung und der Ortenbergsteg zu dem Einsatzgebiet.

* pm: Stadt Marburg

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