„Lassen wir unsere Kinder allein?“ Diese Frage erörtert das „Marburger Stadtgespräch“ am Dienstag (12. Mai).
Die Universitätsstadt Marburg lädt zum nächsten „Marburger Stadtgespräch“ am Dienstag (12. Mai) ab 19 Uhr, in das Technologie- und Tagungszentrum (TTZ) Marburg ein. Unter dem Titel „Lassen wir unsere Kinder allein? Warum der richtige Umgang mit digitalen Medien immer wichtiger wird“ geht es um Kinder und Jugendliche in einer Zeit rapider digitaler Entwicklungen. Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Referent ist Digitaltrainer und Medienexperte Frank J. Bündgen. Er ist seit 2017 in der digitalen Bildung und Medienerziehung tätig. Bündgen berät Schulen und Elterninitiativen. Er richtet seinen Blick auf praxistaugliche Strategien für den sicheren Umgang mit digitalen Medien sowie die Stärkung der Medienkompetenz. Daneben ist Bündgen fester Partner als Vortragsredner im Rahmen des „Tags der offenen Tür“ für das Bundesministerium für Gesundheit.
Zu der Thematik gibt es bereits zahlreiche Studien. Sie zeigen auf, dass der exzessive Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen ihre Psyche nachhaltig beeinflusse und direkt an einen dramatischen Anstieg psychischer Probleme gekoppelt sei. Dazu gehörten Angststörungen, Depressionen, ein zerbrechliches Selbstwertgefühl und chronische Schlafstörungen sowie Suizidgefährdung. Zusätzlich stellten Cybermobbing, die unkontrollierte Konfrontation mit altersunangemessenen Inhalten, die reale Gefahr sexualisierter Gewalt im Netz sowie das hohe Suchtpotenzial durch ständig verfügbare, auf Aufmerksamkeitsbindung optimierte Algorithmen gravierende Herausforderungen dar. Diese Entwicklungen bedrohten die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.
Viele Staaten haben bereits konkrete, legislative Schritte zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ergriffen. So hat beispielsweise Australien Altersbeschränkungen für soziale Medien unter 16 Jahren erlassen. Frankreich wiederum verpflichtet Social-Media-Anbieter zur Altersprüfung und elterlicher Zustimmung für Unter-15-Jährige.
Auch in Deutschland schlagen diverse Institutionen und Expert*innen sowie die Politik Alarm. Dazu gehören Verbände wie die EU-Initiative „Klicksafe“, der „Deutsche Kinderschutzbund“ und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Dennoch fehlen hierzulande trotz mehrerer politischen Vorstöße noch vergleichbar weitreichende gesetzliche Regelungen. Organisiert wird die Veranstaltung von der Stabstelle Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsförderung, Statistik der Stadt Marburg.
* pm: Stadt Marburg