Tag der Pressefreiheit: Informationen aus unterschiedlichen Quellen suchen

Der 3. Mai ist der internationale Tag der Pressefreiheit. Ebenso wie die Demokratie gerät auch sie zunehmend unter Druck.
Probleme bereiten seriösen Journalistinnen und Journalisten nicht nur rechtspopulistische und rechtsextremistische Parteien und Gruppierungen, sondern auch der mangelnde Schutz durch den Staat, die Polizei und größere Teile der Gesellschaft. Insbesondere kritische Berichterstattung über Demonstrationen rechter Gruppierungen sind immer gefährlicher geworden. Diejenigen, die in der Öffentlichkeit am lauutesten ihre „Meinungsfreiheit“ einfordern, sind oft genau auch die, die andere Meinungen gewalttätig unterdrücken.
Hinzu kommt eine zunehmende Pressekonzentration. Aus den Einnahmen der Werbung in Zeitungen und Onlinemedien ist guter Journalismus kaum mehr angemessen bezahlbar. Bereits vor Jahrzehnten hat sich Google ein technisches Quasi-Monopol auf Internetwerbung gesichert, an dem Betreiber von Websites und Onlinemedien bei der Refinanzierugn ihrer Dienstleistungen kaum mehr vorbeikommen.
Seit Jahrzehnten behandeln die Bürgerinnen und Bürger Marburgs die Oberhessische Presse (OP) aber auch als alleinige Verbreitungsmöglichkeit ihrer Mitteilungen. Doch selbst die OP kann wirtschaftlich kaum Stand halten gegen eine Entwicklung, die seriöse Informationsquellen mehr und mehr zurückdrängt. Käufliche „Influenzer“ haben bei jüngeren Leuten oft ein größeres Ansehen als seriöse Berichterstatter und Rechercheure.
All das sollten wache Zeitgenoss*Innen berücksichtigen, wenn sie sich über aktuelle Ereignisse informieren. Gerade die zweite oder dritte Informationsquelle auch auf der örtlichen Ebene ist wichtig, um eine demokratische Meinungsbildung von Bevormundung und möglicher Manipulation freizuhalten. Darum sollten die Menschen möglichst viele regionale Onlinezeitungen regelmäßig lesen wie beispielsweise auch Die Onlinezeitung für Marburg.

* Franz-Josef Hanke

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