Für die inklusive Versorgung im Leben mit und nach Krebs ist ein partizipatives Projekt gestartet. Das hat die Lebenshilfe am Montag (4. Mai) mitgeteilt.
Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai machen die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Bundesvereinigung Lebenshilfe auf bestehende Barrieren in der Krebsversorgung aufmerksam. Mit dem gemeinsamen Projekt „SeiTeil“ setzen sich beide Organisationen dafür ein, die Versorgung von Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung im Leben mit und nach Krebs zu verbessern. Im neuen Projekt „SeiTeil“ werden die Erfahrungen und Bedürfnisse von Betroffenen sowie ihrer Angehörigen und Unterstützer*innen erstmals systematisch untersucht. Das Ziel ist, konkrete Empfehlungen für eine inklusivere Versorgung nach einer Krebserkrankung zu entwickeln.
Denn Menschen mit Unterstützungsbedarfn und kognitiver Beeinträchtigung erkranken ähnlich häufig an Krebs wie die Allgemeinbevölkerung. Gleichzeitig stoßen sie im Gesundheitssystem zu oft auf Versorgungsstrukturen, die nicht ausreichend auf ihre spezifischen Bedürfnisse ausgerichtet sind. Beispielsweise gilt das in Bezug auf Zeit für Aufklärung und Diagnostik, die Einbindung von Angehörigen und Unterstützer*innen oder angepasste Kommunikations- und Behandlungsprozesse.
Das kann dazu führen, dass Diagnosen zu spät gestellt werden und Therapien unzureichend sind, weil notwendige Leistungen nicht in Anspruch genommen werden. Eine bedarfsgerechte Versorgung – einschließlich Diagnostik, Behandlung, Nachsorge, Rehabilitation und psychosozialer Begleitung – ist jedoch für jeden Menschen entscheidend für Lebensqualität und langfristige Gesundheit. Besonders wichtig: Eine Person mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung wird aktiv als Co-Forscher*in in alle Projektphasen eingebunden.
„Um das Angebot wirklich inklusiv und an den Bedarfen der Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung ausgerichtet gestalten zu können, müssen wir sie auch einbinden. Ihre Erfahrungen und Perspektiven sind für das Projekt unverzichtbar“, erklärte die Lebenshilfe-Bundesgeschäftsführerin Prof. Jeanne Nicklas-Faust. Die Ergebnisse des Projekts sollen dazu beitragen, Wissenslücken zu schließen und konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um onkologische Einrichtungen bei der inklusiven Gestaltung von Angeboten zu unterstützen.
„Obwohl medizinische Fortschritte die Überlebenschancen von Krebsbetroffenen verbessern, fehlen bislang passgenaue Angebote für Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung“, sagte designierte DKG-Generalsekretärin Dr. Konstanze Blatt. „Daher freuen wird uns, mit dem Projekt dazu beizutragen, die Versorgungslücke stückweise zu schließen. DennTeilhabe bedeutet auch Teilhabe an medizinischer Versorgung. Niemand darf nach einer Krebserkrankung aufgrund von Barrieren von Nachsorgeangeboten ausgeschlossen sein.“
Mit den Ergebnissen von „SeiTeil“ wird zudem die Grundlage geschaffen, in einem Folgeprojekt Informationsmaterialien in Leichter Sprache zu entwickeln. Weitere Informationen sind abrufbar auf der Projektseite www.krebsgesellschaft.de/projekte/seiteil.
* pm: Bundesvereinigung Lebenshilfe, Marburg