Fachkräfte her: Bundesweite Aktionswoche für Teilhabe dank Pflegepersonen

Die bundesweite Aktionswoche „#OhneFachkräfteKeineTeilhabe“ findet vom 20. bis 24. April 2026 statt. Beteiligt daran ist auch die Bundesvereinigung Lebenshilfe (BVLH).
Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung rufen gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsstätten für Heilerziehungspflege in Deutschland (BAG HEP) zu einer bundesweiten Aktionswoche von Montag (20. April) bis Freitag (24. April) auf. Unter dem Motto „#OhneFachkräfteKeineTeilhabe“ wird die unverzichtbare Rolle von Fachkräften in der Eingliederungshilfe und Sozialpsychiatrie in den Mittelpunkt gestellt. Fachkräfte wie Heilerziehungspfleger*innen, Heilpädagog*innen, Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen, Ergotherapeut*innen und Pflegefachpersonen leisten täglich einen unschätzbaren Beitrag, um Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Damit setzen sie die Grundsätze der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und des Bundesteilhabegesetzes in die tägliche Praxis um und tragen dazu bei, dass Inklusion in Deutschland gelebt wird.
Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel in diesen Bereichen dramatisch. Zahlreiche offene Stellen und Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Eine gemeinsame Umfrage der fünf Fachverbände und der BAG HEP zu Beginn dieses Jahres zeigt, dass zwei von drei der befragten 134 Leistungserbringer den Personalmangel als stark bis sehr stark einschränkend für die Besetzung offener Stellen angeben. Dieser Engpass gefährdet die Teilhabechancen vieler Menschen, da Leistungen nur noch eingeschränkt erbracht werden können.
Die Fachverbände und die BAG HEP fordern die Bundesregierung auf, die Sicherung von Fachkräften in der Eingliederungshilfe und Sozialpsychiatrie als politische Priorität zu verankern. Im Namen der Fachverbände und BAG HEP erklärte Pfarrer Frank Stefan vom evangelischen Bundesfachverband für Teilhabe (BeB): „Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist für uns nicht verhandelbar. Deshalb sehen wir aktuelle Reformüberlegungen zur Weiterentwicklung des Sozialstaats, die Einsparungen in der Eingliederungshilfe vorsehen, mit großer Sorge. Klar ist: Teilhabe darf kein Sparposten sein! Für verlässliche und qualitativ hochwertige Unterstützung braucht es ausreichend Fachkräfte, tarifgebundene Arbeitsbedingungen und eine auskömmliche Refinanzierung der Leistungen. Wird die Anerkennung von Tarifentgelten infrage gestellt, gefährdet das nicht nur die Attraktivität sozialer Berufe, sondern auch stabile Unterstützungsangebote in der Eingliederungshilfe.“

* pm: Bundesvereinigung Lebenshilfe, Marburg

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