Die präventive Behandlung von Bäumen zum Schutz vor dem Eichenprozessionsspinner startet. Das hat die Stadt am Freitag (15. Mai) mitgeteilt.
In Marburg ist die Zahl an Bäumen, die vom Eichenprozessionsspinner (EPS) befallen sind, in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Um den Befall der Raupen mit den gefährlichen Brennhaaren einzudämmen, hat die Stadt eine umfassende Bekämpfungsstrategie entwickelt. Neben den bereits in der Vergangenheit genutzten mechanischen Maßnahmen wird nun auch der biologische Wirkstoff „Bacillus thuringiensis“ eingesetzt. Die Ausbringung ist in dieser Woche gestartet.
Das Biozid wirkt gezielt: Die Raupen nehmen es über die Nahrung auf, hören auf zu fressen und sterben nach wenigen Tagen – noch bevor sie die gefährlichen Brennhaare entwickeln. Die Wirksamkeit beschränkt sich auf blattfressende Schmetterlingsraupen. Dieses Vorgehen entspricht den natur- und artenschutzrechtlichen Bestimmungen.
Das Mittel ist für Menschen und andere Säugetiere ungefährlich. Dennoch werden die behandelten Flächen abgesperrt und mit Hinweisschildern versehen. Dabei gilt: „Betreten verboten, bis der Spritzbelag abgetrocknet ist!“
Das benötigt in der Regel mehrere Stunden. Schulen, Kindertagesstätten und weitere Einrichtungen, auf deren Gelände Bacillus thuringiensis ausgebracht wird, sind darüber informiert, dass Fenster und Türen während der Ausbringung geschlossen bleiben sollten. Zudem werden Sandkästen sowie Spiel- und Aufenthaltsbereiche nach Möglichkeit abgedeckt. Schulhöfe und Pausenflächen sind gegebenenfalls vorübergehend nicht nutzbar.
Empfindliche Personen – zum Beispiel mit Allergien oder Asthma – sowie Tiere sollten vorsorglich direkten Kontakt mit den behandelten Bereichen vermeiden. So sollten etwa Hunde beim Spazierengehen in den entsprechenden Bereichen vorsorglich anleint werden. Insbesondere mögliche umherfliegende Brennhaare des Eichenprozessionsspinners aus den vergangenen Jahren können weiterhin Haut- und Atemwegsreizungen verursachen. Mehr Informationen zum Eichenprozessionsspinner und der Bekämpfungsstrategie gibt es auf www.marburg.de/eps.
Der Einsatz von Bacillus thuringiensis erfolgt unter anderem bei Kindertagesstätten und Schulen, auf Friedhöfen, in Parks, Spiel- und Bolzplätzen sowie anderen Einrichtungen. Außerdem wird das Mittel am Friedrichsplatz, beim Georg-Gaßmann-Stadion, am Kaiser-Wilhelm-Turm, auf dem Fußweg am Südbahnhof sowie am Pilgrimstein und am Rudolphsplatz ausgebracht. Die vollständige Liste der Einsatzorte gibt es zum Download auf www.marburg.de/eps.
* pm: Stadt Marburg